Dieses Bild von Thomas Gainsborough zeigt einen englischen Gentleman bei der Jagd. Wir wissen, wer er ist, er heißt Thomas William Coke (spricht sich Cook aus). Er weigert sich geadelt zu werden: I had rather remain the first of the ducks than the last of the geese. Irgendwann nimmt er doch den Titel eines Earl of Leicester an. Der einfache Mr Coke, den seine Zeitgenossen auch Coke of Norfolk nennen, ist Großgrundbesitzer und hat mit dem geerbten Familiensitz Holkham Hall eins der schönsten palladianischen Schlösser Englands. Die Familie wohnt da ↝heute noch.

Grundbesitzer sind viele Adlige in dieser Zeit. Und viele werden sich auf ihren Besitzungen in der Pose eines Jägers malen lassen. Aber niemand ist wie Mr Coke, der natürlich in Eton und auf einer ↝Grand Tour war. Er ist einer der wichtigsten Landwirtschaftsreformer Englands im 18. Jahrhundert, der noch horribile dictu daran glaubt, dass es zu den Pflichten eines Großgrundbesitzers gehört, das Leben derer zu verbessern, die auf seinen Gütern leben. Dafür tritt er (hier auf einem späteren Bild von Thomas Lawrence) auch im Parlament ein.

Was er auf diesem Bild trägt, ist die Mode des 18. Jahrhunderts für den Landedelmann (zu diesem Thema gibt es ↝hier einen Post). Aber es ist noch mehr. Coke hat sich von Gainsborough in der Kleidung malen lassen, in der er als Abgesandter Norfolks vor den König getreten war: As Knight of the Shire he had not only the right to wear his spurs in the House, 1 but a further right to attend Court “ in his boots,“ i.e. in his country clothes ; which latter privilege, however, was seldom, if ever, exercised. But on this occasion Coke availed himself of it, and appeared unceremoniously before the King wearing his ordinary country garb. It was an extremely picturesque dress top-boots with spurs, light leather breeches, a long-tailed coat and a broad-brimmed hat; but it caused the greatest horror at Court, and neither the matter nor the manner of the address was palatable to George III. Noch schlimmer für den König als der Anzug von Coke war die Tatsache, dass er wortgewaltig für die Sache der Revolutionäre in Amerika eintrat.

Coke war schon einmal in diesem Blog, in einem ↝Post, der seinem Sohn von Thomas William Coke gewidmet war. Der hat nämlich den Bowler erfunden. Ich habe noch ein zweites Bild von einem englischen Gentleman bei der Jagd aus der gleichen Zeit wie Gainsboroughs Bild. Es heißt Reclining Hunter, es wurde von dem amerikanischen Maler Ralph Earl gemalt. Der wurde 11. Mai 1751 geboren, ich dachte, ich schreibe mal über ihn. Musste dann aber feststellen, dass es hier längst einen Post namens ↝Ralph Earl gab. Wo allerdings der Reclining Hunter nicht erwähnt wurde.

Das Philadelphia Museum of Art hat über das Bild, das man auch als Duschvorhang kaufen kann, nur zu sagen: Ralph Earl studied in England for several years during the American Revolution and was one of many American painters of the time who included natural scenes in his compositions. This enigmatic depiction of a reclining hunter suggests the emerging English view of the natural world as a place of repose and contemplation, where the beauties and pleasures of the countryside could be enjoyed. Das ist nun ein wenig ärmlich, man könnte mehr zu dem Bild sagen. Viel mehr.

Der Gentleman, der hier bei der Jagd ein Päuschen einlegt, trägt andere Kleidung als Thomas William Coke. So etwas kann man in der Stadt tragen, vielleicht noch beim Lustwandeln in einem ↝Landschaftsgarten, aber nicht bei der Jagd. Und das, was der Gentleman mit dem leicht verblödeten Gesichtsausdruck (oder ist er schlicht besoffen?) erjagt hat, würde kein Jäger jagen. Wir lassen den Esel im Hintergrund aus, der seine Beute geworden ist, aber diese Vögel, die da auf einen Haufen geworfen sind, die jagt man nicht. Man schießt keine Eulen und keine Schwäne. Wahrscheinlich sind auch die Pilze in seinem Hut Gilftpilze.

Gainsborough hat eine Vielzahl von Herren gemalt, die mit ihren Hunden auf ihrem Grundbesitz unterwegs sind. Ihre Kleidung passt sich der Umgebung an. Sie sind nicht für die Großstadt gekleidet, dafür haben sie ein Stadthaus und haben dort die passende Garderobe im Schrank. Dies hier ist George Venables, der zweite Lord Vernon, im dreiteiligen Anzug, dem justacorps, den die englische Mode seit Charles II kennt. Er war schon in dem Post ↝18th Century: Fashion zu sehen. Die Westen, die jetzt gilets heißen (sie kommen meistens aus Frankreich), sind nicht mehr aus dem selben Stoff wie der Rest des Anzugs, négligé clothing wird es genannt. Ist nichts anderes als dressing down, machen die Engländer auf dem Land immer noch.

Während ↝Mr und Mrs Andrews in dem berühmten Bild in der Landschaft stehen, als wäre es eine Bühne für sie, zeigt dieser Herr eine seltsame Naturverbundenheit, er ist beinahe eine Verdoppelung des Baumes. Mr John Plampin, der Grundbsitz und Schloss in Suffolk geerbt hatte, wollte so auf seinem Besitz gemalt werden. Ein wenig the man of feeling, eins mit der Natur. Gainsborough hat das Bild nach einem Bild von Watteau gemalt.

Lassen Sie uns zu dem Bild von Ralph Earl zurückkommen. Das ist wahrscheinlich die reine Satire, eine Parodie eines in England gepflegten Bildtyps. Ralph Earl ist der bad boy der Amerikaner in England, ein habitueller Lügner, ein Säufer und Bigamist. Er kann nicht so gut malen wie ↝John Singleton Copley oder ↝Gilbert Stuart, Körperproportionen stimmen bei ihm nie, wie man auf diesem Selbstportrait sehen kann. Er ist gut in Kleinigkeiten, die Kleidung der Portraitierten ist immer sehr detailgetreu. Dr Caroline  Koblenzer, die das Bild des Reclining Hunter dem Museum in Philadelphia geschenkt hat, hat eine interessante Interpretation geliefert: dies sei ein selbstironisches Portrait eines Mannes, der wisse, dass er in seinem Leben alles falsch gemacht hat.

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Es gab Zeiten, da kamen andere Ding von der Insel als Wörter wie Brexit und hilflose Ministerpräsidentinnen namens Theresa May. Ich möchte mal eben an eine Zeit erinnern, als dieses Gesicht England repräsentierte. Erinnern Sie sich? Das ist Twiggy. Mit einem Haarschnitt von Vidal Sassoon, der damals auch Jane Fonda und Mia Farrow einen Kurzhaarschnitt verpasste. Vidal Sassoon ist heute vor sechs Jahren gestorben, der Mann sollte uns einen kleinen Post wert sein.

Das hier ist Jean Shrimpton, genannt The Shrimp, auch eine Kundin von Vidal Sassoon. Sie war damals das teuerste Model der Welt, die erste Frau, die Supermodel genannt wurde. Und dann haben wir da noch junge Frauen, die Julie Christie↝ Charlotte Rampling und Jacqueline Bisset heißen: England hat in den Swinging Sixties eine Menge an weiblicher Schönheit zu bieten. Vielleicht sollte ich noch ein Model erwähnen, das nicht ganz in der Liga der Supermodels ist, das aber immerhin die englische Regierung stürzt: Christine Keeler. Sie ist auch Kundin von Vidal Sassoon, aber er schneidet ihr die Haare zu Hause, weil sich etliche seiner Kundinnen geweigert haben, sein Geschäft in der Bond Street zu betreten, falls die Keeler dort weiterhin erscheinen sollte.

Und es sind ja nicht nur die Models und der Starfriseur Vidal Sassoon, die die Zeit prägen. Da ist eine gewisse Mary Quant, die ein Kleidungsstück erfindet, das sie nach ihrem Lieblingsauto Mini nennt. Mary Quant hat natürlich hier längst einen Post (ja, es gibt in diesem Blog auch Damenmode). Diese junge Dame ist Uschi Nerke, sie moderierte in Bremen den Beat Club in den schärfsten Miniröcken. Aufschreie bei den Sittenwächtern wie bei Ingmar Bergmans Schweigen – lesen Sie hier mehr dazu. Uschi Nerke brauchte für ihre Miniröcke nicht nach London, es gab im anglophilen Bremen schon damals eine Reihe von Läden, die beinahe alles im Angebot hatten, was die Carnaby Street und das Swinging London anboten.

Das ist Sassoon im Jahre 1968, beachten Sie bitte die Ärmelknöpfe. Ich nehme mal an, dass Tommy Nutter den Anzug geschneidert hat.  2009 wurde Sassoon der CBE Orden von der Königin verliehen. She didn’t ask me to stay behind and give her a quick trim, scherzte er hinterher. Als er den Orden bekam, war er 67 Jahre im Geschäft, und überall auf der Welt gab es Vidal Sassoon Salons. Auf der Neuauflage von Peter Blakes Sgt. Pepper ist er auch zu sehen (Mary Quant auch), und es gibt auch schon einen Vidal Sassoon Film. Haarschnitt, Mini Rock, scharfe AnzügeSwinging London und die Beatles: das ist die englische Kulturrevolution der Sixties. Am besten zusammengefasst von Philip Larkin in dem Gedicht Annus Mirabilis:


Sexual intercourse began

In nineteen sixty-three

(which was rather late for me) –

Between the end of the „Chatterley“ ban

And the Beatles‘ first LP.


Up to then there’d only been

A sort of bargaining,

A wrangle for the ring,

A shame that started at sixteen

And spread to everything.


Then all at once the quarrel sank:

Everyone felt the same,

And every life became

A brilliant breaking of the bank,

A quite unlosable game.


So life was never better than

In nineteen sixty-three

(Though just too late for me) –

Between the end of the „Chatterley“ ban

And the Beatles‘ first LP.

Ich wollte bei ebay auf dieses Hemd von der italienischen Firma Guy Rover bieten, verpasste aber die Auktion. Weil ich unbedingt etwas schreiben musste und nicht auf den Termin geachtet hatte. Ich fragte die Verkäuferin, ob es eine Möglichkeit zum Sofortkauf gäbe. Sie bejahte. Wenig später bekamen wir eine Abmahnung von ebay, weil man offenbar keine privaten Deals machen darf. Meine Verkäuferin ging zur Geheimsprache über. Als sie mein Geld auf dem Konto hatte, schrieb sie: Der Adler ist gelandet, die Taube fliegt. Die blau-weiße Taube landete dann auch sicher bei mir, ich überlege, ob ich dem Hemd den Namen Taube geben sollte. Oder Wings of the Dove, wie bei Henry James.

Als Kelly in den siebziger Jahren seinen Laden aufmachte, hatte er an Hemdenfirmen Guy Rover, Truzzi und Orian. Später kam noch Luigi Borrelli hinzu. Die Firma Guy Rover war damals ganz neu auf dem Markt. Ich schwöre auf alte Guy Rover und Orian Hemden (trage aber ansonsten auch Fray, Pegaso, R. Böll und Dantendorfer), und wenn so etwas bei ebay auftaucht, bin ich sofort dabei. Man kauft sich ein Stück Vergangenheit zurück. Ich habe noch Hemden im Schrank, die ich vor vierzig Jahren gekauft habe, ich bin Nostalgiker, wenn man die gut pflegt, halten sie ewig.

Die Taube, die ein Etikett von Guy Rover und Uli Knecht hat (der am Anfang ja nur Spitzenfirmen führte), war ein Vintage Modell. Aber ungetragen. Das Hemd hat alles, was ein italienisches Spitzenhemd haben muss: angepasster Musterverlauf, dicke Knöppe und das kleine Dreieck unten in der Naht. Und dann noch das i-Tüpfelchen: das Knopfloch am Ärmel ist horizontal eingesetzt. Wenn Sie nicht wissen, was das bedeutet, dann sollten Sie mal eben den Post Handschuhknopf lesen.

Ich habe auch ein Gedicht für das Hemd. Als ich 2010 ein Vierteljahr im Netz war, gab es hier einen Post, der Oberhemden hieß. Natürlich mit einem Gedicht versehen, weil dies mein erster Poetry Month war. Das Gedicht war von der amerikanischen Dichterin Jane Kenyon, es hieß The Shirt:


The shirt touches his neck

and smoothes over his back.

It slides down his sides,

it even goes down below his belt –

down in his pants.

Lucky shirt.

Mein Gedicht heute heißt schlicht Das Hemd, es findet sich in Ernesto Cansados kleinem Buch Gedichte Gedanken Rezepte: Für´s Leben und den Herd:

Du wolltest mich am Abend besuchen

Es war wie immer.


Ich duschte die Last des Tages aus meinen Poren

Es war wie immer.


Ich zog ein frisches Hemd an

Es war wie immer.


Du küsstest mich freundschaftlich flüchtig

Es war wie immer.


Wir aßen und tranken und redeten

Es war wie immer.


Wir küssten uns plötzlich und unerwartet

Mit geöffneten Lippen und voller Leidenschaft

Unsere Seelen berührten ohne Vorwarnung unsere Körper

Und die Körper umschlangen die Seelen

Es war anders als immer.


Mein Hemd nahm Deinen Geruch an

Es ist resistent gegen Schweiß

Resistent gegen mich und Waschmittel und Weichspüler

Das einzige meiner Hemden das jetzt einen Namen trägt

Nichts ist wie immer.

Mit dem Titel grüne Schuhe meine ich jetzt nicht die englische Firma Edward Green, sondern wirklich grüne Schuhe. Grün ist nicht unbedingt die normale Farbe von Herrenschuhen. Für Gummistiefel, die die Engländer ↝Wellingtons oder Wellies nennen, ist es die angesagte Farbe. Aber nicht unbedingt für Glattlederschuhe. Und doch: ich besitze jetzt ein Paar grüner Schuhe. British Racing Green, sagte Volker, als ich sie ihm zeigte. Darauf war ich noch gar nicht gekommen. Dass die englischen Rennwagen die Farbe grün haben, verdanken sie der grünen Insel Irland. Wo ja auch diese putzigen ↝leprechaun Kobolde grüne Schuhe tragen

Ich sah die Schuhe bei ebay, verhandelte kurz mit der Händlerin über den Preis, und schon waren sie gekauft. Traumhafte Herrenschuhe in Grün wie neu Handgemacht stand im Text dabei. Der Hersteller wurde nicht erwähnt, war aber auf dem Photo ersichtlich. Er hieß ↝Alt Wien, und wir wissen natürlich, dass diese Schuhe nicht in Wien, sondern in Northampton von der Firma ↝Crockett und Jones gemacht werden. Crockett und Jones (mit ihrer Linie Alt Wien) und ↝Alfred Sargent (mit der Linie Der Budapester: Traditionelles Schuhhandwerk) sind die einzigen Engländer, die unter deutschem Namen Schuhe mit einem ↝Wiener Leisten offerieren.

Das kommt offenbar von München bis Wien gut an. Zu ↝Cordhosen sehen die grünen Schuhe mit dem Scotchgrain Leder bestimmt gut aus. Wenn ich sie vor Wochen schon gehabt hätte, hätte ich sie bestimmt am ↝St Patricks Day getragen. Aber den ↝Bloomsday habe ich mir schon mal vorgemerkt. Das Modell hat den Namen Bach, passend für ↝Bachs 333. Geburtstag. Man kann das Modell Bach erstaunlicherweise jetzt auch bei ↝Görtz kaufen. Allerdings nicht in grün. Will Görtz jetzt ganz nach oben? Vor vielen Jahren hatten sie ja schon einmal Laszlo Vass (die damals auch die Schuhe für ↝Baldessarini machten) im Angebot.

Ich besaß schon einmal grüne Schuhe, das ist aber mehr als ein halbes Jahrhundert her. Es waren dunkelgrüne Desert Boots von der Firma Clarks. Ich habe sie geliebt. Mein Klassenkamerad ↝Wuddel hatte sie meine Golly Schuhe getauft, ich weiß nicht weshalb. Damals waren die Desert Boots von Clarks noch von anderer Qualität als heute. Ich habe immer wieder mal Clarks gehabt, nie wieder dunkelgrüne und nie wieder die Qualität von 1960. Und da ich bei ↝Wildlederschuhen bin, muss ich doch mal eben auf Larry Kirwans Buch Green Suede Shoes hinweise.

Für den heutigen Tag habe ich ein Frühlingsgedicht von ↝Theodor Fontane, in dem auch grüne Schuhe drin vorkommen. Na ja, das ist ein klein wenig übertrieben, denn bei Fontane trägt der Frühling bei seiner Ankunft einen grünen Knospenschuh. Das ist etwas anderes als ein grüner Alt Wien Schuh, ist aber ein schönes Bild:

Nun ist er endlich kommen doch

In grünem Knospenschuh;

»Er kam, er kam ja immer noch«,

Die Bäume nicken sich’s zu.


Sie konnten ihn all erwarten kaum,

Nun treiben sie Schuß auf Schuß;

Im Garten der alte Apfelbaum,

Er sträubt sich, aber er muß.


Wohl zögert auch das alte Herz

Und atmet noch nicht frei,

Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,

Und März ist noch nicht Mai.«


O schüttle ab den schweren Traum

Und die lange Winterruh:

Es wagt es der alte Apfelbaum,

Herze, wag’s auch du.

Ich habe in den letzten Jahren kleine Firmenportraits von Firmen geschrieben, die Herrenoberbekleidung herstellen. Meist waren das italienische Firmen, aber ich habe auch die ↝Amerikaner nicht vergessen. Die einzige deutsche Firma, die einmal mit den Italienern mithalten konnte, war Regent in Weissenburg (die hier mit ↝Made in Germany und ↝Karos schon zwei Posts hat). Die ist gerade von Philippe Brenninkmeijer und seinem Compagnon  Andreas Martin Meier gekauft worden, die der darniederliegenden Firma neues Leben einhauchen wollen. Regent ist deutsches Kulturgut, hat Brenninkmeijer gesagt. Um große Sprüche ist man in der Textilbranche nie verlegen.

Man scheint die Münchener Kaufhäuser Breuninger und Lodenfrey als Kunden gewonnen zu haben (den Großabnehmer Thomas Rusche mit seiner Soer Kette hat man lange verloren) und will jetzt eine um 600 Euro günstigere Zweitlinie herausbringen. Allerdings gibt es jetzt schon bei Breuninger auf beinahe alle Regent Teile 50% Rabatt. Bei der neuen Linie soll es angeblich billigere Knöpfe und keine handgenähten Knopflöcher mehr geben. Was will man damit sparen? Für seine Knopflöcher war Regent noch nie berühmt. ↝Kiton und ↝Brioni haben Knopflöcher, die kleine Kunstwerke sind. Das hier ist Matthias Sammer, dem gerade bei Lodenfrey ein Regent Anzug angmessen wird. Da hat man sich wohl kaum den besten Werbeträger ausgesucht. Wer mag schon Matthias Sammer?

Die Schwierigkeiten, die Regent hat, hat die italienische Firma Cantarelli leider auch. Die Firma, die von den drei Firmen, die mit C anfangen und mit I enden, die höchste Qualität liefert, steht vor dem Aus. Ein bulgarischer Textilriese namens Richmart hat seine Fühler nach der Firma in Cortona (Arezzo) ausgestreckt. Was da niemandem gefällt. Ein Offizieller brachte einen ganz anderen Namen ins Spiel: vorrei anche lanciare un appello ad alcune aziende di grande prestigio perché prendano in considerazione l’ipotesi di intervenire. Penso a Brunello Cucinelli, uomo ed imprenditore di rara sensibilità e di grandi capacità, la sua azienda sia per vicinanza geografica che per sintonia produttiva potrebbe essere il soggetto giusto in questa vicenda. Der Vorzeigeunternehmer Brunello Cucinelli wäre sicher der richtige Mann für Cantarelli.

1970 hatte Mauro Ranieri Cantarelli die Firma gegründet, 1998 war sie zum ersten Mal bei der Herrenmodemesse in Köln vertreten. Damals kosteten die Anzüge von Cantarelli zwischen 1.000 und 1.200 DM, heute sind es mehr als 1.000 Euro. 1992 kaufte die Firma den Konkurrenten ↝Saint Andrews (den sie 2006 wieder verkauften), was erheblich zur Steigerung des Niveaus von Cantarelli beitrug. Denn Sant’Andrea, die sich für den Export den Namen Saint Andrews gewählt haben, sind ganz weit oben in der italienischen Sartoria.

Cantarelli und Sant’Andrea haben auch andere Firmen beliefert. Zum Beispiel haben sie Anzüge für die Ralph Lauren Purple Line und die RTW Linie von Huntsman in der Savile Row geschneidert. Und Albert Goldbergs Firma Façonnable bekam in der Tailleur Linie auch Jacketts und Anzüge von Cantarelli. Ich kann aus Nostalgie nur hoffen, dass die Firma erhalten bleibt, denn die Jacketts und Anzüge, die ich von Cantarelli und Saint Andrews besitze, sind von erstklassiger Qualität. Mein Saint Andrews Jackett, das ich bei einem englischen second hand Händler kaufte, ist besser als ein Kiton Produkt. ↝Michael Rieckhof von der Firma ↝Kelly’s liebäugelte vor Jahren mal mit dem Gedanken, Saint Andrews ins Sortiment zu nehmen. Ist nichts draus geworden, aber Michael Rieckhof hat ein Jackett behalten, das er als sein bestes Jackett bezeichnet. Cantarelli und Sant’Andrea sind stark auf dem amerikanischen Markt, in Deutschland kaum. Erstaunlicherweise sind sie auch bei Amazon präsent. Gut für das Image ist das sicher nicht.

Die Probleme, die Cantarelli hat, hat die italienische Firma Canali nicht, sie ist ein Riese, der weltweit vertreten ist, auch bei Amazon. 1934 von Giacomo und Giovanni Canali gegründet, immer noch im Familienbesitz. Beinahe 88 Prozent der Produktion gehen in den Export. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die Firma einmal Cafra hieß, was die Abkürzung von Canali Fratelli ist, aber den Namen haben sie in den 80er Jahren aufgegeben. Das geschah auch im Zuge eines trading up, den damals viele Firmen vollzogen. Die achtziger Jahre waren ja etwas klamottenverrückt. Plötzlich redete jeder von Designern. Früher waren Designer Leute wie Ernest Dryden oder ↝Wilhelm Wagenfeld, jetzt redet man nur noch von Armani.

Das hier ist der Kleinkriminelle Luca Canali, gespielt von Mario Adorf. Der hat nichts mit der Firma Canali zu tun, er ist hier nur zur Auflockerung. Denn mit Canali wird es etwas langweilig. Sie liefern Jahr für Jahr Qualität, bessere Qualität als Ermenegildo Zegna, die je größer sie wurden, immer mehr nachließen. Masse statt Klasse. Sie haben auch nicht wie Zegna Fabriken in der Türkei. Ihre sieben Fabriken sind alle in Italien. Deshalb steht auch auf dem kleinen Aufhänger im Jackett Made in Italy. Caruso hat jetzt Schriftzug Hand Made in Italy, ist aber das gleiche. Canalis Qualität geht bis ins Detail. Karomuster werden immer angepasst, das hat Regent noch nie hingekriegt. Ihre Jacketts und Anzüge sind nicht unbedingt preiswert, alles ist hier eher vierstellig. Man kann das natürlich bei Farfetch und Yoox und mit ein wenig Suche preiswerter bekommen. Ich habe letztens ein nagelneues Canali Jackett bei ebay für 5€ erstanden.

Vor einem Jahr habe ich mir einen zweireihigen dunkelblauen Blazer gekauft. Nicht dass ich ihn gebraucht hätte. Aber da war dieses verlockende Angebot bei ebay: Dunkelblau, Corneliani, linea sartoria, Super 100. Sofortkauf: 10 €. War ein nagelneues Teil. Toll. Allerdings sehe ich damit aus wie Graf Koks. Oder wie dieser Herr hier. Ich warte jetzt noch, bis ich einen Bugatti 57 SC Atlantic für 10 € finde, dann wird der Blazer getragen. Das steht so in dem Post ↝Blazer, und ich habe in dem Post ↝Colani erwähnt, dass ich diesen schönen Blazer kaum trage.

Auch bei Corneliani, die beinahe so groß wie Canali sind, vollzog man Ende der siebziger Jahre ein trading up. Und man sicherte sich die Lizenzen für Italien von Firmen, die damals berühmt waren: ↝Renoma Paris (die Marke gehörte später zur Corneliani Group), Daniel Hechter, Ralph Lauren, ↝Karl Lagerfeld und Trussardi. Mehr als ein halbes Jahrhundert war Corneliani im Familienbesitz, vor zwei Jahren wurden sie von der Investcorp geschluckt. Nicht ganz, aber Investcorp hat jetzt mit 55% die Aktienmehrheit. Ob die Araber die Firma als cash cow gebrauchen oder Geld für eine Neustrukturierung hineinstecken, das weiß niemand.

Noch mehr Mode finden Sie hier: Raffaele Caruso, Attolini, Baldessarini, Waltz into Darkness, Cinecittà und die Mode, Brioni, Ermenegildo Zegna, Herrenausstatter, Ärmelfutter, Made in Germany, Kiton, Attolini, NervesaBlazerColani, Belvest

Das erste Bild, das mir zum Thema Dichter und Mode einfällt, ist Nadars Portrait von ↝Baudelaire. Da steht er nun, im perfekten Gleichgewicht zwischen Bourgeoisie und Bohème. Er hat keine Angst vor Nadars Kamera, im Gegensatz zu seinem Kollegen Balzac. Der fest daran glaubt, dass ihm die Photographie einen Teil seiner selbst wegnehmen würde. Er redet da von Spektralschichten an seinem Körper, die verloren gehen würden. Was der Photograph etwas gehässig mit dem Satz Aber die Rundungen seines Bauches hätten Balzac durchaus gestattet, sich einiger Spektralschichten zu entledigen kommentierte.

Ich las letztens bei Joseph von Westphalen: Auf sämtlichen Fotos meiner karierten Kaschmirjacke kann ich mich mit der dargestellten Person identifizieren. Ein Mensch blickt mich an, der mit seiner Jacke im Einklang ist, der voll hinter der Mischung aus billig und edel steht. Billig und edel. Meine Jacke hat mich gelehrt, daß dies das ideale Motto meines Lebens ist. Billig und edel, so sollen auch meine Texte sein. Bloß nicht kostbar! Teuer und edel – das kann sich jeder Depp zusammenkaufen, wenn er Geld hat. Da ist ja teuer und geschmacklos noch besser. Über diese Mischung kann man sich wenigstens noch amüsieren. Frauen in teuren rosafarbenen Noppenstoff-Kostümen zum Beispiel. Eingefasste Revers. Entsetzlich. Traurig. Billig und geschmacklos hingegen, das hat was. Für diese Exzentrik besitze ich allerdings noch nicht die nötige Größe. Schriftsteller und ihre Kleidung, was sollen sie tragen, um unserem Bild von einem Schriftsteller zu entsprechen?

Soll er so aussehen, mit kurzen Hosen? In der Zeit konnte man lesen: Thomas Mann soll während des Verfassens seiner Bücher stets Anzug und Fliege getragen haben. Wären seine Werke in Jogginghose nur halb so gut geworden? Tommy Mann und ↝Jogginghosen sind natürlich eine ganz seltsame Idee. Er hätte selbst an heißen Tagen in Kalifornien bestimmt keine kurzen Hosen wie Hemingway getragen.

Ach, lassen Sie mich mit meinen Gewändern in Ruh, Lisaweta Iwanowna! Wünschten Sie, daß ich in einer zerrissenen Sammetjacke oder einer rotseidenen Weste umherliefe? Man ist als Künstler innerlich immer Abenteurer genug. Äußerlich soll man sich gut anziehen, zum Teufel, und sich benehmen wie ein anständiger Mensch, heißt es in Tonio Kröger. Thomas Mann weiß, wovon er schreibt, er zieht sich äußerlich gut an. Seine Sekretärin ↝Hilde Goldschmidt sagte über ihn: Seine schlanke Gestalt, sorgfältig, aber bei weitem nicht teuer oder vom Maß-Schneider gekleidet. Kann sie sich irren? Als er noch in der Schweiz war, ließ er sich seine Anzüge im London House in Zürich in der Bahnhofstraße schneidern. Soll es jetzt in Amerika anders sein? Oder ist das jetzt Joseph von Westphalens Mischung aus billig und edel?

Natürlich sind Photographien, die einen Schriftsteller beim Schreiben zeigen, eine Selbstinszierung. Und Thomas Mann ist ein Meister der Selbstinszenierung, here is the best picture ever made of me schreibt er 1944 auf ein Photo, das Trude Geiringer von ihm gemacht hat. Er verwandte das Bild dann auch als Autogrammkarte, wie hier, als er nach Dardesheim schreibt: Wenn ihr mir also euere Sympathie bewahrt habt, und auch heute noch an dem Wunsche festhaltet, euere Schule nach mir zu nennen, so stimme ich dem mit großem Vergnügen zu …

Dieser junge Mann sitzt gerade nicht am Schreibtisch, aber das Bild, das Henri Cartier-Bresson 1947 in New Orleans von dem jungen Truman Capote macht, wird zu dessen Ruhm beitragen. Er ist noch nicht berühmt wie Thomas Mann, er hat gerade die Geschichte ↝Miriam veröffentlicht, er muss das tun, was der berühmte Photograph will. Und so sitzt er mit einem weißen T Shirt auf einem weißen gusseisernen Gartenstuhl, umgeben von tropischen Pflanzen. Er ist nicht glücklich mit dem Photo: Yes, Cartier has done some portraits (they are very strange, I must say, but the photography is, of course, beautiful). Wie hätte Thomas Mann ausgesehen, wenn ihn Cartier-Bresson portraitiert hätte? In a portrait, I’m looking for the silence in somebody, hat der Photograph gesagt.

Dieser Herr hat es mit der Mode, sein Schneider Vincent Nicolosi hat dafür gesorgt, dass er immer elegant ist. Wahrscheinlich hat seit Oscar Wilde niemand so viel Wert auf Mode gelegt wie ↝Tom Wolfe. Irgendjemand hat ihn mal the Karl Lagerfeld of fiction writers genannt. Witzig. Der Mann, der wie ↝Mark Twain immer weiße Anzüge trägt, schreibt auch gerne über Mode. Wenn Sie ein wenig davon lesen wollen, dann klicken Sie den Post ↝Ärmelfutter an. Im Gegensatz zu Thomas Mann schreibt Tom Wolfe nicht mit einem Füllfederhalter, er tippt auf einer Schreibmaschine. Den Computer hat er mal ausprobiert, um dann reumütig zur Schreibmaschine zurückzukehren. Seinen Roman Back to Blood hat er mit der Hand geschrieben, weil er sich die Finger gequetscht hatte. Computer werden ja überschätzt, wir müssen bedenken, dass alle große Literatur mit der Feder geschrieben wurde.

Was ↝Hermann Hesse hier trägt, ist eigentlich die ideale Kleidung für den Schriftsteller: ein Cordanzug. Ein klein wenig Bourgeoisie, weil es ein Anzug ist, und ein klein wenig Bohème, weil es Cord ist. ↝Günter Grass hat auch gerne Cordanzüge getragen. Für uns, die wir keine Schriftsteller sind, sind Cordanzüge nicht das richtige. Ein gutes ↝Cordjackett jederzeit.

Wenn ein Schriftsteller sich so photographieren lässt, nimmt er eine Rolle an. Die nichts damit zu tun hat, dass er bei seinem Schneider eine schwarze Frackhose zu 45 Francs; eine weiße Pikeeweste zu 15 Francs […] einen blauen Gehrock aus feinem Löwener Tuch zu 120 Francs; eine Hose aus marengofarbenem Zwillich zu 28 Francs; eine gemsfarbene Pikeeweste zu 20 Francs bestellt hat. Er wird seinen Schneider nicht bezahlen, aber er schreibt ihn in sein Werk hinein: Un habit dû à Buisson suffit à un homme pour devenir le roi d’un salon. Tausende von Schneidern, die Schriftstellern einen Rock angemessen haben, sind heute vergessen, Monsieur Boisson (in dessen Haus Balzac drei Jahre lang wohnt) nicht.

Manche Schriftsteller machen Mode. Er hier zum Beispiel. Seine Verlobte Constance Lloyd schreibt 1882 über ihn: Mir gefällt er schrecklich gut. Aber ich fürchte, wie er sich kleidet, ist sehr schlechter Geschmack. Seidene Strümpfe sind für Herren ein wenig aus der Mode gekommen, sie hielten sich in der englischen Oberklasse noch zum ↝Frack. Als Churchill die englische Königin empfing, trug er Kniebundhosen und ↝Seidenstrümpfe. Und den Hosenbandorden natürlich an der richtigen Stelle unter dem Knie. Oscar Wilde trägt nicht nur violette Samtwesten und weiße Lilien im Knopfloch, er befürwortet auch die Reformkleidung. Dazu könnten Sie jetzt mal eben den Post ↝William Frith lesen. Ein Prophet der Reformkleidung von ↝Dr Jaeger ist auch George Bernard Shaw, der ebenso wie Wilde aus ↝Dublin kommt. Und da sollte ich noch einen dritten Dubliner erwähnen. Nämlich James Joyce. Der trägt zwar keine Reformkleidung, aber er soll sich mal als Importeur von irischem Tweed versucht haben.

Tweed oder Reformkleidung kommen für ↝Adolf Loos nun überhaupt nicht in Frage, der Wiener Dandy ist immer comme il faut. Billig und edel wäre nichts für ihn. Aber der dedicated follower of fashion (um mal eben die ↝Kinks zu zitieren) erstarrt in seiner Stilisierung. Er käme nie auf die Idee, die obersten Westenknöpfe offen zu lassen, wie Baudelaire. Er kann nicht aus diesem Korsett eines ↝Morning Coat heraus. Kann nicht wie der amerikanische Dichter ↝Frederick Seidel, der sich seine Anzüge in der ↝Savile Row machen lässt, handgenähte Schuhe und junge Frauen liebt, aus seiner Rolle. Seidel kann sehr ironisch über diese Dinge schreiben.

Ich glaube, dies hier ist der einzige Schriftsteller, der ein Modeunternehmen besitzt. Er sieht so gut aus, dass er häufig das Model für seine Kleidung abgab. John Weitz wurde in Berlin geboren, ging in England zur Schule und lernte bei ↝Edward Molyneux. Er wanderte mit seinen Eltern in die USA aus, war Captain im Zweiten Weltkrieg und landete dann im Geheimdienst. Und schrieb eines Tages Romane. Gut, keine Weltliteratur, aber immerhin. Literatur und Mode sind doch vereinbar.

Ich möchte meinen kleinen Ausflug in die Kleidung von Schriftstellern mit einem Autor beenden, der aus meiner Heimatstadt Bremen kommt. Man hat Rudolf Lorenzen (der ↝hier einen Post hat) in den fünfziger Jahren den Dandy des Westens genannt. Er bleibt uns aber nicht als Dandy in Erinnerung, sondern weil er mit ↝Alles andere als ein Held einen der besten deutschen Romane der Nachkriegszeit geschrieben hat.

Die junge Dame, die aus ihrem Mini Cooper kletterte, grüßte mich. Ich grüßte zurück, wusste aber nicht, wer sie war. Sie trug einen weißen Mundschutz, der eine Gesichtserkennung unmöglich machte. Wir bewegten uns auf den Supermarkt zu, als ich hörte, dass sie zu ihrer Freundin sagte: Hörst Du diesen Klang? So klingen nur Luxusschuhe. Ich sagte: Es sind englische Schuhe. Sie drehte sich um und sagte: Ich habe Sie schon häufig hier gesehen, Sie tragen immer hervorragende Schuhe. Frauen achten also auf Schuhe. Und können sie am Klang erkennen. Ich fand die kleine Geschichte sehr witzig. Die Schuhe, die ich trug, kamen von Crockett & Jones, dieses Modell in orange, nur in einem besseren Zustand. Ich verlor die Dame im Schlemmer-Markt aus den Augen, doch plötzlich fiel mir ein, dass es die Frau sein könnte, die mir im Sommer vor zwei Jahren an der Kasse sagte: Sie sind sehr elegant und stilvoll gekleidet. Das sieht man bei Männern nicht so häufig gesagt hatte. Ich habe die Geschichte schon in den Post Computer hinein geschrieben. Was wären wir ohne kleine Eitelkeiten.

Die kleine Parkplatzgeschichte ist natürlich ein schöner Grund, einmal über die Firma Crockett & Jones zu schreiben. Sie wurde 1879 von Charles Jones und James (später Sir James) Crockett in Northampton gegründet. Sie ist heute immer noch im Familienbesitz, allerdings nur noch der Familie Jones, der letzte Crockett verließ 1952 die Firma. Als man 1879 dank eines Darlehens von 100 Pfund vom Thomas White Trust (dem ältesten Unterstützungsfond der englischen Wirtschaft) mit der Schuhproduktion begann, hatte man zwanzig Angestellte. Doch die Firma wird schnell wachsen. Im Ersten Weltkrieg produziert man als Höhepunkt 600.00 Paar Stiefel für die Armee, heute hat man einen Umsatz von 30 Millionen Pfund. Neben dem wirtschaftlichen Erfolg steht die persönliche Tragödie. Sir James Crockett, Friedensrichter und Philantrop, wird zwei seiner Söhne, den Leutnant Clifden James Crockett und den Captain Lawrence Crockett, verlieren. Die Kriegsverluste sind in der englischen Aristokratie und der Upper Class überdurchschnittlich hoch.

Während des Krieges ist Northampton zu einer wirtschaftlichen Macht geworden, sechzig Millionen Paar Schuhe wird man herstellen, es gibt noch über hundert Fabriken. 1922 wird James Crockett geadelt, zwei Jahre später führt er den Duke of York durch seine Fabrik. Man produziert damals 15.000 Schuhe in der Woche, die Masse davon sind übrigens erstaunlicherweise Damenschuhe. Mit den Branchenriesen wie Goliath Footwear oder J Sears & Co und ihrer Handelsmarke True-Form kann man nicht konkurrieren

In den dreißiger Jahren beginnt man bei Crockett & Jones mit einer großangelegten Werbung. Für Herrenschuhe hat man den Namen Health Brand erfunden, man bewirbt die Schuhe noch in den fünfziger Jahren mit Texten wie: You will be wise to ask for ‚Health‘ Brand, probably the best shoes you can buy. Quiet, manly styles built by craftsmen from leather that is a joy to feel. Miles and miles better than shoes costing only a little less. Leaflet and address of your nearest stockist sent on request to Dept. N.8 Crockett & Jones Limited. Northampton.

Für die englische Lady hat man auch eine Linie, die Swan Shoes heißt. Obgleich es da bei der Firma am Anfang der Werbekampagnen noch ein wenig durcheinandergeht, auch ➱Herrenschuhe werden unter dieser Marke angeboten. Diese Anzeige ist von 1947, ➱Salvatore Ferragamo macht da andere Schuhe für die Damen. Die vielleicht nicht so lange halten wie ein rahmengenähter Swan Schuh. Im Jahre 1974 wird man die Health und Swan Marken aufgeben, die Schuhe werden dann nur noch Crockett & Jones heißen. Es sei denn, ein Händler oder eine Marke möchte ihren Namen auf dem Schuh haben, dann heißen die Schuhe Shipton & Heanage, New & Lingwood oder Peal & Co. Oder Unützer, Ralph Lauren und Baldessarini.

Letzteres gilt natürlich nur für die Firma von Werner Baldessarini, der sich seine Schuhe von Crockett & Jones und Laszlo Vass machen ließ. Crockett & Jones, die sich in den 1890er Jahren Goodyear Maschinen aus den USA bestellten, haben immer an der traditionellen Herstellung festgehalten: Well, we make our shoes from high-grade skins. And we don’t stamp them out en masse by machine. Each skin is marked out by hand, in the way that will suit the shoe best. Then we hand-cut and last and stitch each shoe. Wenn Schuhe heute mit dem Wort rahmengenäht beworben werden, dann ist das ein ungenauer Begriff, denn die meisten Schuhe sind nicht wirklich rahmengenäht, weil sie statt des Rahmens ein gemband besitzen. Die Schuhe von Crockett & Jones auch. Und auch – da müssen die Fans von Edward Green jetzt ganz stark sein – die Schuhe der Luxusmarke haben leider nur ein gemband, keinen echten Rahmen.

In den siebziger Jahren ging es der Firma nicht so gut, das sagt auch der Managing Director Jonathan Jones. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mir damals bei Shipton & Heanage ein Paar Crockett & Jones Wildlederschuhe für die Hälfte des Preises kaufte, war kein Ausverkauf. So etwas gibt es bei Shipton & Heanage heute natürlich nicht mehr. Heute ist Crockett & Jones wieder ganz oben. 89 Jahre nach dem Besuch des Duke of York wird wieder ein Mitglied des Königshauses die Firma besuchen. Charles ist auf einer Tour durch das Königreich um die Best of British Firmen zu besuchen, die Tour dauerte zwei Tage. Wir können daraus schließen, dass es nicht mehr so viele Firmen gibt, die dieses Best of verdient haben.

Crockett & Jones gehört natürlich dazu. Charles durfte auch ein Paar Schuhe mitnehmen, er wählte sich dieses schlichte Modell aus. Er bekam auch noch Schuhe für seine Söhne mit, zweimal das Modell Tetbury. Der Schuh ist im Augenblick besonders begehrt, weil ihn James Bond (sprich Daniel Craig) in Skyfall getragen hat. Das Tetbury Modell hat den Leisten No. 348, die Werbelyriker von Crockett & Jones können sich bei der Beschreibung des Leistens gar nicht mehr einholen:

Produced in November 2004. Last 348 is a versatile Main Collection last with a square toe. It is arguably the most important last that Crockett & Jones has developed in recent times. Dating back to 2004, last 348 became the most forward thinking last of a generation of shoemakers, setting Crockett & Jones apart. Housing the largest collection of styles, 348 has become an icon in itself. Normalerweise würden wir so etwas ja unter purple passages verbuchen, aber hier stimmt jedes Wort. Ich habe diesen loafer mit dem Leisten 348, und ich kann nur sagen: rattenscharf. Allerdings in dem Schnee, der gerade draußen liegt, würde ich ihn nicht tragen.

Noch mehr englische Schuhe in den Posts: Cliff Roberts, Artisan, Englische Herrenschuhe (Trickers), Englische Herrenschuhe (London)Englische Herrenschuhe (Alfred Sargent)Lord Byrons SchuheMilitärisches Schuhwerk, Wildlederschuhe, Chelsea Boots

Ich weiß, dass ein Titel wie Stierfortz mir viele Leser bescheren wird. Das war bei dem Post ähnlich, der den Titel ➱Fickfackerei hatte. Ich komme auf das mysteriöse Stierfortz gleich zu sprechen, es soll heute um Übersetzungen gehen. Nicht diese unfreiwillig komische Übersetzung von ➱Mandalay, nein, es geht zuerst einmal um einfache Dinge des Kommerzes. Es sind seit einiger Zeit vermehrt englische Händler bei ebay, die dort ihre Waren anpreisen. Vielleicht hoffen sie, dass sie vor dem Brexit noch einen Reibach machen können. Unglücklicherweise ist keiner der Verkäufer bereit, seine ebay Texte an ein Übersetzungsbüro zu geben, sie vertrauen offensichtlich alle auf Google Translate. Oder ähnliche Übersetzungsmaschinen wie babelfishDeepL und wie sie alle heißen.

Fangen wir einmal mit Namen an. Gemeinhin werden Namen nicht übersetzt. Es ist also Quatsch, die Schuhfirma Edward Green in Eduard Grün umzubenennen. Oder aus New & Lingwood Neue und Lingwood zu machen. Oder die Firma Church (für die ➱Ronald Searle mal Reklame machte) mit kirchliche Schuhe zu übersetzen. Ein Händler bot ein gebrauchtes Paar kirchliche Schuhe mit Leben an. Jetzt fangen Sie an nachzudenken. Im Original steht da with plenty of life in them, sie können also noch lange halten. Die japanische Firma Haversack stellt Retro Klamotten her, man kann sie nicht mit Brotbeutel übersetzen. Die Firma Jones Bootmaker muss so bleiben und kann nicht Jones der Orthipädieschumacher werden. Und die schottische Firma Jeremy Law darf nicht zu Jeremy Gesetz werden.

Ein besonders schönes Beispiel ist Geo F Trumper Gummistiefel Eau de Cologne. Gummistiefel und Eau de Cologne, was mag das sein? Fußschweiß als neuer Parfümgeruch? Der englische Text hat hier Geo F Trumper Wellington, und damit ist natürlich der Herzog von Wellington gemeint. Trumpers Wellington riecht genauso wie Penhaligon Blenheim Bouquet. Ist nur preiswerter (lesen Sie mehr in ➱Aftershave). Dass eines Tages die grünen Gummistiefel auch Wellingtons (oder wellies) heißen werden (lesen Sie mehr in ➱Regenschirme), das wusste man 1876 nicht, als man das Eau de Cologne auf den Markt brachte. Die ➱Sloane Ranger und ➱Prinzessin Diana haben die Gummistiefel populär gemacht: London Sloanes sprout green wellies in wet weather like a plague of frogs. Dieses Paar Gummistiefel steht schon im Victoria & Albert Museum, es ist von der englischen Firma Hunter. Die Queen trägt diese Marke, und natürlich finden wir bei ebay ein Beispiel, wo Hunter mit Jäger übersetzt wird.

Wir halten fest, dass Namen, wenn sie Markennamen sind, nicht übersetzt werden. Mit anderen Namen kann es schwieriger werden. Und da verlassen wir mal eben die Gefilde des Kommerzes und der Markennamen. In der deutschen Kinofassung der englischen Doktor Filme heißt der Arzt, den Dirk Bogarde spielt, Simon Sperling (lesen Sie mehr in ➱Doktorspiele). Im Original heißt er natürlich Simon Sparrow, das hätte man so lassen sollen. Bei sprechenden Namen in der Literatur darf der Übersetzer natürlich den Namen übersetzen. Da kann aus Masterman Ready ein Sigismund Rüstig werden. Und der Übersetzer kann aus Shakespeares Andrew Aguecheek einen Junker Andreas Bleichenwang machen. Und aus Toby Belch einen Tobias Rülps.

Aber wie weit kann und darf man gehen? Die Frage bringt mich zu dem Stierfortz des Titels. Und zu Arno Schmidt. Denn in seinem Kurzroman Aus dem Leben eines Fauns findet sich dieses Stierfortz. Ich zitiere da mal eben den Absatz: Wind kommt draußen auf und Wolken. David Copperfield: Schönert schlug vor, den Namen des zweiten Helden, Steerforth, fonetisch mit ‚Stierfortz‘ zu übersetzen (ist gar nich mal so unzutreffend; er weiß immer was Neues). Dann Mittag; Stullen und Bummeln. Wolkenschau (wie Urteil des Paris) : eine schlanke Schnelle in ganz anliegendem Weiß; eine vornehme Dicke mit kurfürstlich gebogenem Popo, und erhabenem Busenfett, wie von den Römern erbaut. 

Ich hätte den ganzen Absatz nicht zu zitieren brauchen, habe es aber getan, weil ich zeigen wollte, welches Vergnügen es machen kann, Arno Schmidt zu lesen (er hat hier mit ➱Arno Schmidt und ➱Arno (Otto) Schmidt auch schon zwei Posts). Arno Schmidt hat viel übersetzt, Sie finden hier eine Liste seiner ➱Übersetzungen. Er hat sich über die Brotarbeit beklagt, aber manchmal machte sie ihm auch Spaß: Nein, also zu Beginn habe ich da schwer gekämpft mit dem Bulwer, zumal es ja, wie ich schon sagte, meine Art mich zu erholen ist, dies Übersetzen, aber jetzt bin ich froh darüber, jetzt kann ich nämlich meinen Wortschatz, der ja auch nicht sehr klein ist, den kann ich jetzt mit dem von Bulwer konfrontieren.

Arno Schmidt liebte Wörterbücher, in einem Interview sagte er über das Universallexikon von Heinrich August Piererich habe ein ganzes Konversationslexikon von 1845 mit 34 Bänden (den alten PIERER, der übrigens ausgezeichnet ist), habe ich Wort für Wort lesen müssen, um mein Gehirn in die Falten jener Zeit zu legen; und vergessen durfte ich’s auch noch nicht, was ich da gelesen hatte. Er muss ja immer etwas übertreiben. Aber gute ➱Wörterbücher sollte man schätzen. Und sie nicht wie Becky Sharp in ➱Vanity Fair aus dem Kutschenfenster werfen. Richtige gute historische Wörterbücher findet man nicht im Internet.

Als ich noch an der Uni war, hatte ich kostenlosen Zugriff auf das OED im Internet, das war sehr schön. Von so etwas hätte der Arno geträumt. Jetzt habe ich keinen Zugang mehr, aber ich habe das Compact OED im Regal, das ist auch nicht zu verachten. Wörter, die man in einem Buch nachschlägt, vergisst man nicht so schnell wieder. Computer werden, was Wörterbücher betrifft, sowieso überschätzt. Jane Roberts, eine der Herausgeberinnen des Historical Thesaurus of the Oxford English Dictionary, hat in einem Interview die erstaunliche Tatsache preisgegeben, dass man dieses größte Werk der englischen Sprache nicht mit dem Computer gemacht hat. Sondern mit kleinen Zetteln, wie damals bei ➱James Murray und dem ➱New English Dictionary. Ich finde das sehr beruhigend. Das hätte Arno Schmidt, dem Giganten des Zettelkastens, sicher gefallen.

Ich habe von meinem Opa eine kleine Handbibliothek geerbt, einen Muret-Sanders (wo sich auch die Bedeutung von ➱loomings findet, die viele Wörterbücher nicht enthalten) und einen Sachse-Villatte aus dem 19. Jahrhundert, es gibt nichts Besseres. Ich habe auch noch Heyses Fremdwörterbuch von 1891, das hatte der Arno auch in seiner ➱Bibliothek. Ich lasse ihn mal eben zu Wort kommen: Wie setzt sich eine solche Handbibliothek zusammen? Nicht daß mir das eigene Hüttlein – ein Morgen Haide drumrum; im schattigen Birkenlaub wiegt sich die Fernsehantenne – nun das Maß aller Dinge wäre; aber „im Schnitt“ wird’s so sein: dreißig Prozent Nachschlagewerke, dreißig Prozent die Fremdsprache, aus der man übersetzt; dreißig Prozent Fachliteratur zum erwähnten einen Dutzend älterer Lieblinge (es können aber auch Busenfeinde darunter sein); und die restlichen zehn Prozent – tja, das sind eben die geheimnis-follen, bibliogenen, „stomachalen“ (E. T. A. Hoffmann) Bände, die man meist verschweigt…

Nun bin ich vom ebay Englisch zu Arno Schmidt gekommen, ich muss mal eben wieder zurück. Liebe englische Händler, es gibt Spezialwörterbücher. Auch für Textilien. Und dann bietet ihr kein Welpen Zahn Jackett mehr an (houndstooth=Hahnentritt), kein doppelt belüftetes Jacket (double vents=Seitenschlitze) und kein doppelbrüstiges Jackett (double breasted=Zweireiher). Und auch kein Holzkohle Jackett (charcoal=anthrazit).

Aber wir können ja alle Englisch, wir verstehen das ➱Denglish schon, das sich wie der Riesen-Bärenklau überall breitmacht. Wie der Kabarettist Fred Rauch 1949 dichtete:

Weekend heißt Samstag, und yes heißt jawoll,
Party heißt Gesellschaft mit much Alkohol,
Boy friend ist er, na das wissen Sie schon!
und Girl friend, das ist dann das Fräulein davon,
und Baby heißt deutsch das Malheur,
sehn’s, Englisch ist gar net so schwer.

Dieses bezaubernde junge Mädchen kennen Sie schon, es findet sich in dem Post, der Worpswede heißt. Der Maler Otto Ubbelohde, der es gemalt hat, war mit einer Bremerin verheiratet. Deshalb zog es ihn wohl nach Worpswede, allerdings zog es ihn auch häufig in die bayrische Künstlerkolonie Dachau. Otto Ubbelohde, der heute vor 151 Jahren geboren wurde, kam aus Marburg. Dass es ihn nach Bremen verschlug, hat  einen einfachen Grund, es sind verwandtschaftiche Beziehungen.

Denn die Johanna Ernestine (Hanna) aus der Künstlerfamilie Unger, die er heiraten wird, ist seine Cousine. Das verschweigt uns der Wikipedia Artikel. Der Maler hat seine Frau immer wieder gemalt, hier ganz in weiß, ein Bild, dass uns an die Skagener Maler denken läßt. Diese Bilder der heure bleue, auf denen weißgekleidete Damen den Strand entlang schweben. Wahrscheinlich sind weiße Kleider weder am Strand noch im Moor sehr praktisch, aber sie sind nun einmal ein Kleidungsstück, mit dem die Bourgeoisie zeigt, dass sie Diener hat, die die Kleidung waschen können. Das gilt auch für die Sportarten Tennis und Cricket, die Ende des 19. Jahrhunderts auch für Damen chic wurden. Die Frau in Weiß ist auch auf dem Cover des Katalogbuches Otto Ubbelohde: Kunst und Lebensreform um 1900 (Darmstadt 2001).

Mit diesem englischen Plaid ist Hanna Ubbelohde natürlich viel praktischer gekleidet, sie geht damit beinahe in der Natur auf. So etwas sieht man heute selten, aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und um 1900 findet man das Plaid häufig beim englischen Landadel und der künstlerischen Bohème. Erstaunlicherweise habe ich in den Ausstellungen Ein Hauch von Eleganz: 200 Jahre Mode in Bremen (Focke Museum Bremen 1984) und Kleid und Bild: Mode und Malerei. Klassizismus bis Art Deco (Hannover 1983) kein einziges Plaid gesehen. Die Kataloge zu beiden Ausstellungen kann man heute noch finden, es sind sehr interessante und schöne Kataloge. Wenn Sie den Post Damenmode anklicken, werden Sie sehen, dass es in diesem Blog nicht nur Herrenmode gibt, wie häufig behauptet wird.

Aber ich komme mal eben zur Herrenmode. Dieses Bild kommt jetzt ein wenig wie ein Schock. Wenn Sie jetzt Aääh, mach das weg!!! stöhnen, haben Sie vollkommen recht. Aber es hat auch etwas mit Mode zu tun. Und damit meine ich nicht die kleinen Jungen in Lederhosen mit Hosenträger (so etwas habe ich auch noch getragen, als ich klein war), sondern das, was der Herr rechts im Bild trägt. Es handelt sich natürlich um Martin Heidegger, der in diesem Blog selten vorkommt. Er hat einen Post, der Heidegger heißt, mehr gibt es zu dem Mann nicht. Wenn er hier auftaucht, dann hat das einen simplen Grund: Otto Ubbelohde hat ihm einen Lodenananzug mit Kniebundhosen entworfen. Die Marburger Studenten nannten den seinen existentiellen Anzug. Dies hier auf dem Photo ist er nicht, ein klein wenig exzentrisch ist er aber auf jeden Fall.

Ubbelohde (hier mit seiner Gattin) hat es nicht mehr erlebt, dass Heidegger den von ihm entworfenen Anzug mit den engen Breeches und dem langen Rock trug, er starb schon 1922 mit 55 Jahren. Dass er einen Anzug entwarf, war kein Zufall, er hatte sich lange mit Gedanken zu einer Reform der deutschen Herrenkleidung beschäftigt. Sein Ideal war, dass sich die Herrenmode wieder der Volkstracht annäherte. Er ist nicht der einzige, der sich solche Gedanken macht. Seit der englischen ästhetischen Bewegung, die Shaw dazu bringt Anzüge von Jaeger zu tragen, hat es immer wieder solche Tendenzen gegeben. Aud dem Monte Verità trägt man keine Straßenanzüge.

Wir vergessen Heidegger schnell wieder und widmen uns einmal diesem wunderbar gemalten Damenhut, den Hanna hier trägt. Erstaunlicherweise ist die Malerei nicht das, womit der Künstler sein Brot verdient – er verdient sein Geld als Illustrator. Er hat Grimms Kinder- und Hausmärchen und tausenderlei Bücher illustriert, Ex Libris und Vorsatzblätter und den Hessenkunst Kalender entworfen. Seine letzte große Illustrationsarbeit betraf in seinem Todesjahr das Werk Eichendorffs, Eichendorffs Gedichte mit den Zeichnungen von Ubbelohde gibt es heute noch als Insel Taschenbuch.

Die Worpsweder der Gründergeneration mochten Otto Ubbelohde nicht so sehr, 1889 war er nicht groß aufgefallen, da hatte er sein Studium an der Münchener Akademie noch nicht beendet, aber bei den beiden Sommeraufenthalten 1894 und 1895 kommt es zum Bruch mit den Worpswedern. Obgleich er eigentlich ein Mann der Moderne ist, Mitbegründer der Münchener Sezession ist und sich  an vielen Künstlervereinigungen (wie den Vereinigten Werkstätten für Kunst und Kunsthandwerk) beteiligt, ist er in der Willingshäuser Malerkolonie, wo er seit  1902 ist, besser aufgehoben als in Worpswede.

Ubbelohde ist ein letzter Romantiker, er träumt von der unverfälschten Natur, er trägt Bauerntracht wie Hänsel und Gretel, wenn er sie für Grimms Märchen zeichnet. Es gibt heute noch einen Otto Ubbelohde Preis, dessen Kriterien Denkmalpflege, Heimatkunst, Heimatgeschichte, Pflege des ‚heimischen Brauchtums‘ und Beschäftigung mit dem Werk Otto Ubbelohdes sind. Im Ersten Weltkrieg wird er sich mit patriotischer Propaganda hervortun und eine Vielzahl von Büchlein des Schaffstein Verlags illustrieren. Also solche Büchlein, die Ein Heldentod und Denn wir fahren gegen Engeland! Luft- und Seekriegsgeschichten heißen. Hätte ich das mit dem England Buch vorher gewusst, dann hätte ich das natürlich in den Post gen Engeland hineingeschrieben.

Ubbelohde war ein hervorragender Portraitist (dafür hatte er an der Münchener Akademie eine Auszeichnung erhalten) und ein hervorragender Landschaftsmaler. Was hätte aus ihm werden können, wenn er sich nicht auf die Illustration von Sagen und Märchen und das verquaste deutsche Brauchtum kapriziert hätte? Auf das Sterntaler Bild, das seit den Kindertagen in meinem Kopf ist, könnte ich gerne verzichten.

Was wäre der Film Der eiskalte Engel ohne diesen Hut? Es ist natürlich ein Borsalino. Alain Delon hatte solch einen Hut schon in dem Film Borsalino & Co getragen, der eine schöne Werbung für die italienische Hutfabrik bedeutete. Vielleicht sollte man ein Remake von diesem Film drehen, um ein wenig Werbung für Borsalino zu machen, denn die Firma steht vor dem Aus. Dabei läuft die Nachfrage nach den ➱Luxusfilzhüten angeblich gut.

Schuld an der Pleite ist ein gewisser Dr Marco Marenco, zu dessen Firmengefüge Borsalino gehörte. Marco Marenco ist ein kleiner Mann, aber auch kleine Männer können großes Unheil bewirken. Marenco, der schon seine Finger in dem Parmalat Skandal hatte, ist nicht mehr auf der Flucht, vor zwei Jahren hat ihn die Schweiz an Italien ausgeliefert. Eigentlich hat Herr Marenco mit Gas und Strom zu tun, die Aktienmehrheit bei Borsalino hatte er sich nur aus Spaß gekauft. Jetzt hat er 3,5 Milliarden Euro Schulden, und die Insolvenzverwalter werden sagen, wie es mit Borsalino weitergeht.

Giuseppe Borsalino (Bild) hatte das Unternehmen 1857 gegründet. Zuerst war es nur eine kleine Werkstatt, aber die Firma wuchs und wuchs. Seinen Sohn Teresio schickt Giuseppe in die Schweiz, nach Belgien, Deutschland und England, damit er Sprachen lernte. Teresio macht eine Lehre in der Fabrik seines Vaters und arbeitet danach als einfacher Hutmacher in einer deutschen Hutfabrik. Als er die väterliche Firma übernimmt, modernisiert er sie. Und er steckt die Gewinne wieder in die Firma; Teresio, der nebenbei Politiker ist, ist nicht von Banken abhängig. Das ist anders als bei Boss, wo die italienischen Eigner der Firma immer nur Kapital entziehen.

Teresio Borsalinos Geschichte ist eine success story, die nichts mit der kläglichen Geschichte der Firma heute zu tun hat. Die Firma beschäftigt um 1900 (als Giuseppe stirbt) zwischen 1.800 und 2.000 Hutmacher und stellt 1909 1.650.000 Hüte her, 1913 sind es schon zwei Millionen. Mehr als die Hälfte davon geht in den Export. Viel geht nach Amerika. Auch Al Capone trug Borsalino.

Und alle Gangster in Gangsterfilmen auch. Ein Borsalino gehört zum Gangster wie ein Citroen Traction Avant. Wir reden hier nicht von der Wirklichkeit, wir reden von filmischen Symbolen. Der Senator Borsalino wird einige Jahre die Präsidentschaft der faschistischen Industriellenvereinigung innehaben, aber die Faschisten betrachten ihn mit Argwohn. Er sie auch. Er ist jemand, der ein klein wenig angloman ist, und der seinen Arbeitern von der Krankenversicherung bis zur Pension alles zukommen lässt. Dazu kommen Krankenhäuser in Allessandria und zahlreiche Stiftungen. In all dem ähnelt Teresio Borsalino dem Engländer Sir Titus Salt und dem Grafen ➱Ermenegildo Zegna. Niemand von der Familie der Borsalinos ähnelt dem Dottore Marco Marenco. Vielleicht war es ein Fehler, dass die Familie die Firma nach 150 Jahren verkauft hat.

Giuseppe Borsalino hatte in jungen Jahren die berühmte Hutfabrik Battersby in England besucht. Hatte in unbeobachteten Augenblicken Taschentücher in alle herumstehenden Gefäße getaucht, damit seine Chemiker zu Hause herausfinden konnten, was das Geheimnis der Battersby Hüte ausmachte. Das Wort Industriespionage ist noch nicht erfunden. Man ahnt ja heute gar nicht mehr, was da alles an Quecksilber, Teer und Schellack auf das Kaninchenfell kommt. 1888 wird Giuseppe Borsalino Maschinen aus England für die Hutproduktion importieren, er ist der erste in Italien, der das macht. 1894 hat Borsalino seinen Freund, den Bergsteiger Matthias Zurbriggen, nach Neuseeland begleitet. Während der neuseeländische Berge bestieg, sicherte sich Borsalino langfristige Verträge mit neuseeländischen Kaninchenzüchtern.

Borsalino hat die Weltwirtschaftskrise überlebt, aber die Zahlen von 1913 nicht mehr erreicht. In den letzten Jahren war es still geworden um die Firma, angeblich liebäugelten ➱Louis Vuitton und Dolce & Gabbana mit einem Kauf der Firma. Die Konkurenten, die Borsalino einmal hatte, wie Vanzina und Panizza, scheinen verschwunden oder konzentrieren sich auf Damenhüte. Denn Damen tragen noch Hut, Männer nicht mehr. Herren schon, aber die sind selten geworden. Es ist, wie manche Journalisten schreiben, der Untergang der Hutkultur.

Mein Vater trug in den 50er Jahren zu feierlichen Anlässen und zu Beerdigungen einen schwarzen Zylinder. Das war damals durchaus üblich, wie man auf diesem Photo von einer Hochzeit in Süddeutschland in den 50er Jahren sehen kann. Der Mann mit dem grauen Hut da hinten hat natürlich überhaupt keinen Stil. Aber immerhin einen Hut auf dem Kopf.

Als die ➱Zylinder langsam ausstarben, setzte mein Vater einen schwarzen Homburg auf, so einen, wie ihn Adenauer hier trägt. Wenn mein Vater zum Markt ging (das nahm er meiner Mutter gerne ab, weil er dann mit den Bauern Platt schnacken konnte), trug er eine Kapitänsmütze mit einem Vegesacker Wappen vorne drauf. Die trug jeder im Ort, beinahe alle kauften die bei Schiphorst bei uns um die Ecke. Mein Vater auch. Er trug seine Kapitänsmütze aber nur in Vegesack, in Bremen oder anderswo hätte er die nicht aufgesetzt.

Da war er ganz anders als Helmut Schmidt, der seinen Elbsegler bei jeder passenden und vor allem unpassenden Gelegenheit trug. Schmidt kaufte seine Mützen beim Mützenmacher Eisenberg. ➱Lars Küntzel, dem der Laden heute gehört, hat immer die Modelle Prinz-Heinrich, Altona, Kiel, Elbsegler und Lotsenmütze im Programm. Er ist der letzte Mützenmacher in Hamburg, dieser Berufsstand scheint auszusterben. Ernst Fricke, bei dem mein Vater seine Hüte kaufte, den gibt es auch nicht mehr. Fricke hatte sein Geschäft in der Sögestrasse Nummer 27, vier Häuser rechts von ➱Stiesing. Herr Fricke hielt nichts von den Italienern, er kaufte seine Hüte in London und Paris ein.

Ich habe vor Jahren hier schon einmal über ➱Hüte geschrieben. Und den Post jugendlich forsch mit diesem Absatz beendet: Ich habe beschlossen – einer der vielen guten Vorsätze für das neue Jahr – irgendwann an dieser Stelle noch mehr über Hüte zu schreiben, über Trilbys, Porkpies, Homburgs und Bowler. Vielleicht gibt es dann wieder eine Hutkultur. Und wenn wir eine Hutkultur haben, kriegen wir vielleicht auch wieder einmal eine richtige Kultur. Ach, wäre das schön. Aus den vielen Posts zu Hüten ist leider bisher nichts geworden, aber vielleicht kommt das noch. Ich stelle heute noch einmal den Post über die Hüte, leicht überarbeitet, hier ein.

Ich wusste noch nichts vom Untergang des Hauses Borsalino, aber ich hatte die ganze Woche einen Borsalino auf dem Kopf. Ich habe bestimmt ein halbes Dutzend, habe auch einen Homburg, aber die schlappen Hüte sind mir lieber. Die Firma war ja immer für ihre weichen Hüte berühmt. Und dafür, dass der Schriftzug mit 24-karätigem Gold ins Etikett gestanzt wird. Wo ist sie hin, die Hutkultur?

Vor einem halben Jahrhundert betrat der Mann von Welt niemals die Straße, wenn er nicht einen Hut auf dem Kopf hatte. Und Handschuhe trug. Das gehörte einfach dazu. Arbeiter trugen Mützen, Herren trugen Hüte. Heute tragen selbst Rentner, die sich eigentlich gut kleiden könnten, Basecaps. Wollen Sie irgendwelche New Yorker Rapper imitieren? Wirkt ja nur peinlich. Der Hutindustrie, wenn man von einer Industrie überhaupt noch reden kann, geht es schlecht. Was ist aus Vanzina geworden? Panizza scheint nur noch als Hutmuseum zu existieren, scheint aber nach dieser Seite wieder zu leben.

Christys stand vor wenigen Jahren vor dem Ruin, wurde aber gerettet. Lock & Co gibt es glücklicherweise noch immer, seit dreihundert Jahren im Familienbesitz. Na ja, nicht ganz, seit 1996 gehören sie zu ➱Swaine Adeney Brigg. Ich weiß noch, als der Laden von Ernst Fricke in der Sögestraße in Bremen schloss, weil der Inhaber verstorben war. Und er war ein so feiner Herr, schluchzte die Verkäuferin, und er ist zweimal im Jahr nach London gefahren, um Hüte zu bestellen. Dafür trugen die Hüte, die er bei Lock & Co geordert hatte, auch seinen Namen neben dem Firmenwapperl im Futter. Dass die Hüte aus England kamen, darauf legte man im anglophilen Bremen viel Wert. Aber die feinen Herren, die Hüte aus London tragen, sind eine bedrohte Spezies geworden.

Kennedy ist schuld, sagen manche ➱Modehistoriker. Weil er Hüte gehasst hat. Das stimmt nicht so ganz, zu seiner Amtseinführung hat er einen Zylinder getragen, wie die Präsidenten vor ihm. Es war schweinekalt an dem 20. Januar 1961 als der Dichter Robert Frost sein Gedicht ➱The Gift Outright vorlas. Und von der Sonne geblendet und Tränen in den Augen vom kalten Wind, mittendrin stockte. Kriegt er es zu Ende? fragten sich die Zuschauer. Er kriegte.

Seit dem Tag gehören amerikanische Dichter schon beinahe zur Amtseinführung eines Präsidenten (Maya Angelou, Miller Williams, Elizabeth Alexander), Hüte nicht mehr. Das war der neue Kennedy Stil, der die Dichtung mit der Politik vermengte. Kennedy hat allerdings manchmal Hüte getragen, es gibt Photos davon. Aber die Kennedy Jahre markieren modehistorisch doch schon einen Einschnitt (nicht nur wegen des Zweiknopf Einreihers, den Kennedy bevorzugte), der Hut verschwindet langsam aus der Öffentlichkeit. Dabei ist die Öffentlichkeit der Ort, wohin der Hut gehört. Man trägt ihn nicht drinnen.

Außer man heißt Indiana Jones oder Crocodile Dundee. Indiana Jones trägt hier übrigens keinen Borsalino, wie man es letztens in jedem Artikel über Borsalino vom Telegraph bis zur Süddeutschen lesen konnte. Dies ist ein Fedora von Herbert Johnson, der ➱The Poet heißt. Manchmal geht der Hut drinnen doch, da es Religionsgemeinschaften gibt, bei denen der Hut in der Kirche oder der Synagoge getragen wird. Der amerikanische Soziologe ➱Richard Sennett hat in seinem Buch The Fall of Public Man den Verfall der Umgangsformen nachgezeichnet. Über Jahrhunderte hat es – ich vereinfache Sennett mal ein wenig – Umgangsformen für das Draußen und das Drinnen gegeben. Die Umgangsformen für die Öffentlichkeit waren von anderer Art als die Umgangsformen im privaten Bereich.

Sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist es aber nicht mehr. Verließ man das Haus und betrat die Straße, war man in einer anderen Welt, die ihre eigenen Gesetze hatte. Der Begriff des Straßenanzugs kommt noch aus dieser Zeit. Dem Rentner, der mit einer ➱Jogginghose und Adiletten auf die Straße schlurft, um sich seine Bild Zeitung zu kaufen, ist das heute egal. Man wird für diesen Aufzug nicht mehr gesellschaftlich ostraziert. Die clothes police nimmt heute niemanden mehr in Gewahrsam. Dabei wäre das ein Desideratum von größerer gesellschaftlicher Bedeutung als das Rauchverbot, dass es diesen public man, von dem Richard Sennett spricht, wieder gibt. Die clothes police könnte dann auch gleichzeitig das Handyverbot in der Öffentlichkeit kontrollieren.

Ich muss es gestehen, ich liebe Hüte. Natürlich habe ich auch diese englischen und irischen Mützen in allen Farben. Obgleich ich davon mehrere habe, trage ich in den letzten Jahren nur diese braune Tweedmütze von Lock & Co., die bestimmt schon dreißig Jahre alt ist. Diese Dinge werden ja im Alter, wenn sie nicht von liebenden Frauen entsorgt werden, immer besser. Ich hatte mal einen blauen Bowler von Barbisio, den habe ich aber leichtfertig einer Theater AG geliehen. Als ich ihn zurückbekam, war er nicht mehr der gleiche. Da habe ich ihnen den für ihren Fundus geschenkt. Mein Hutvorrat (von Lock& Co., Christys, Herbert Johnson) hat vor fünfzehn Jahren eine schöne Erweiterung erfahren, als ich bei einem Second Hand Laden ein halbes Dutzend der feinsten Hüte der Welt (ungetragen) für einen Fuffi kaufte. Und der Händler gab noch einen dazu.

Und neben den ganzen Borsalinos, Vanzinas und Panizzas war dieses Gratisgeschenk mein Lieblingshut. Es ist ein graugrüner weicher Sporthut, leider ist sein Etikett irgendwann mal herausgefallen (man liest nur noch Firenze – Paris – London), das mir versicherte, dass er aus lapin sei.

Ich weiß, was lapin bedeutet. Ich war vor Jahrzehnten der einzige aus meinem Bataillon, der kein lapin au vin rouge gegessen hat, als wir ein Vierteljahr in Frankreich im Manöver waren (lesen Sie ➱hier mehr dazu). Weil ich Offizier vom Dienst war und zu spät zum Essen kam, da war das Kaninchen alle. Der Koch hat mir ein paar Spiegeleier gebraten. Wenige Stunden später war ich der einzige im Bataillon ohne Lebensmittelvergiftung. Seitdem weiß ich, dass lapins nicht zum Essen da sind, sondern nur für Hüte gut sind. Damals trug ich noch so ein Schiffchen, wie das hier drei dieser ➱Offiziere tragen, diese praktische und elegante Kopfbedeckung gibt es heute auch nicht mehr.

Wenn die meisten Männer heute keine Hüte mehr tragen, gibt es doch Bereiche, in denen die Kopfbedeckungen noch florieren. Zum Beispiel der demnächst bevorstehende Karneval, wo Männer, die niemals einen schönen Borsalino aufsetzen würden, sich die seltsamsten Papphüte auf den Kopp setzen. Und natürlich die Welt des Films. Viele Filme wären nichts ohne Hüte, die Firma Baron Hats in Hollywood sorgt dafür, dass die Stars die richtigen Hüte bekommen. Sean Connery trägt in den frühen James Bond Filmen selbstverständlich einen Hut, den er dann elegant in Miss Moneypennys Büro durch die Luft segeln lässt.

Solche Trilbys gibt es heute noch zu kaufen, schauen Sie doch einmal hier hinein. Den Hut von Oddjob hat man da aber nicht im Angebot. Wahrscheinlich ist dass die wahre Bestimmung des Hutes in der Zukunft, dass wir sie in Filmen sehen können. Monsieur Hulot mit einem porkpie, diese Herren hier mit ihren Stetsons … Man könnte da lange Listen zu diesem vestimentären Symbol erstellen. Für den Bowler gibt es mit Fred Miller Robinsons Buch The Man in the Bowler Hat: His History and Iconography ja schon eine kleine Kulturgeschichte. Da wünscht man sich doch etwas Ähnliches für Hüte im Film.