Dick Hebdige: Hiding in the Light: On Images and Things 

 

Dick Hebdige hatte sich 1979 mit seinem Buch Subculture: The Meaning of Style ganz nach vorne, in die erste Reihe einer neuen Generation von Kulturkritikern, geschrieben. Er hatte seinen M.A. in Birmingham an dem berühmten Zentrum für Contemporary Culture gemacht, und er erweist sich in seiner Schriften häufig als ein würdiger Nachfolger von Leuten wie Raymond Williams und Richard Hoggart. Die Sammlung von Essays Hiding in the Light kam zehn Jahre nach Subculture auf den Markt.

Man kann die Bedeutung beider Bücher schon daran ablesen, dass sie nach 30 respektive 20 Jahren immer noch lieferbar sind. Das können nicht viele Bücher zur Kulturkritik, deren Verfallsdatum häufig schon aufgedruckt zu sein scheint, von sich sagen. Hiding in the Light“ verdankt (ähnlich wie Subculture) Roland Barthes sehr viel, nicht einmal mehr in der Hinwendung zur Semiotik sondern eher in der Wahl der alltäglichen Objekte. Das Buch hat ein Motto von William Blake: To Generalize is to be an Idiot. To Particularise is the Alone Distinction of Merit. General Knowledges are those Knowledges that Idiots possess. Und da Hebdige kein Idiot sein will, wirft er sich aufs Detail.

Auf die Lambretta und Vespa Motorroller, ohne die es die Mods in England wahrscheinlich nicht gegeben hätte. Oder auf die Bedeutung der Zeitschrift The Face, das tausendfach imitierte Szenemagazin. Über style manuals der achtziger Jahre, über Pop Art und Pop Music Videos. Das alles wird unverbunden serviert, garniert mit ein wenig Theorie der Postmoderne und der Popular Culture Studies. Aber die Mischung geht auf. Leider kann uns Englands bester Kulturkritiker der achtziger und neunziger Jahre heute nicht mehr so genau sagen, wie es zur Zeit in England aussieht, er unterrichtet jetzt als Professor in Santa Barbara.

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