I grow old … I grow old …  I shall wear the bottoms of my trousers rolled. Shall I part my hair behind? Do I dare to eat a peach? I shall wear white flannel trousers, and walk upon the beach. I have heard the mermaids singing, each to each. I do not think that they will sing to me. 

Das ist natürlich von dem englischen Dichter, dessen Nachname ein Anagramm von toilets ist, das lernen Anglistikstudenten im ersten Semester. Und vergessen es nie, auch wenn sie sonst nichts mehr von T.S. Eliot wissen. I shall wear the bottoms of my trousers rolled, warum nicht einmal über Hosenumschläge schreiben? Je älter man wird, desto mehr empfiehlt es sich, darauf zu achten, wie man auf andere wirkt. Der Satz ist nicht von mir, er ist von Martin Walser. Es ist der erste Satz des Romans Mein Jenseits. Aber ob Literatur oder nicht, es ist natürlich ein wahrer Satz. Hosenumschlag oder nicht? Lange verpönt, ist er jetzt wieder zurück. Aber nicht bei Männern, die kleiner sind als 1,80 Meter. Das wiederum ist kein wahrer Satz, das ist der übliche Unsinn, den man in Modezeitschriften findet. Hosenumschläge gehen immer, es muss nur die richtige Hose für einen Umschlag sein. Falls Sie so etwas da oben noch nie gesehen haben: das ist die sartoriale Form des Umschlags, nicht festgenäht sondern geknöpft. Kann man aufknöpfen und den Schmutz heraus bürsten.

Fangen wir mal mit den einfachen Dingen an: Jeans haben keinen Hosenumschlag. Es sei denn, Sie tragen Bundfaltenjeans mit Bügelfalte, dann ist sowieso alles egal. Neuerdings gilt es als chic, Jeans umgekrempelt zu tragen. Womit man nicht Marlon Brando in The Wild One imitieren will, sondern lediglich die Aufmerksamkeit auf die selvedge Naht im Bein lenken will. Die dann hoffentlich echt ist, es sind ja schon massenhaft ➱fakes auf dem Markt. Das hier auf diesem Bild, das geht nun gar nicht. Wenn man einen ➱Langbinder trägt, sollte man keine Jeans tragen. Natürlich kann man sich wie Rudolf Oetker in den Swinging Sixties bei Max Dietl einen Jeans Anzug schneidern lassen, aber dann sieht man wirklich lächerlich aus.

Es ist nichts dagegen zu sagen, im Sommer ein leichtes Jackett zu einer eleganten Jeans zu tragen. Und dazu englische loafer. Die kann man natürlich auch zu Chinos tragen und zu allen gelben Hosen, die Valentini und Incotex so herstellen. Aber flatfront trousers sollten dann natürlich keine Umschläge haben. Hosenumschläge und loafers gehen nun mal nicht zusammen. Fragen Sie mich nicht weshalb.

Wir bleiben noch bei den einfachen Dingen: die Hosen von einem dinner jacket können galons haben (brauchen sie nicht), aber niemals Umschläge. Und es wäre natürlich auch schön, wenn der Schneider die richtige Länge hinbekommen würde. Für alles weitere lesen Sie doch bitte die Posts ➱Etiquette und ➱Morning Coat. Bei dem letzten Post bin ich ich mir nicht so sicher: wie finden die Leute den? Zu meiner Überraschung ist der schon über 15.000 mal angeklickt worden. Wir merken uns einmal die ganz simple Regel: je förmlicher die Kleidung ist (sprich Cutaway, Smoking oder Frack) desto weniger haben Umschläge etwas an der Hose verloren. Bei Uniformen gibt es natürlich auch keine.

Und damit haben wir eigentlich schon alles über dieses Detail gesagt, das die Savile Row als PTU (Permanent Turn-Up) bezeichnet. Und da hat sich auch in den 110 Jahren, die seit diesem Bild vergangen sind nix geändert. Ein Umschlag an den Hosen dieses frock coat wäre Grund genug für die clothes police gewesen, diesen Herrn festzunehmen, noch bevor er am Altar Yes, I will sagen kann. Mit dem Jahr 1904 komme ich langsam in die Zeit, in der die turn-ups (die die Amerikaner cuffs nennen) entstanden sind.

Also, von diesem Herrn hier weiß man, dass er einmal Hosen mit einem Umschlag zu einer Gelegenheit, wo sich das damals bestimmt nicht gehörte, getragen hat. Nämlich im englischen Parlament. Der Herr heißt William Heneage Legge, er spielt gerne ➱Cricket und hat den Titel eines Viscount Lewisham (und wird eines Tages der Earl of Dartmouth sein). Und er ist to the horror of the fashionable world (so die Fachzeitschrift Cutter & Tailor im Jahre 1893) der erste, der es wagt mit Hosenumschlägen im Parlament zu erscheinen, um über ein Gesetz abzustimmen. Das britische Empire ist offensichtlich nicht untergegangen, aber im Jahre 1893 war es schon beinahe ein Skandal. Da kann man nur mit P. G. Wodehouse sagen: There are moments, Jeeves, when one asks oneself, ‚Do trousers matter? ‚The mood will pass, sir‘.

Ich bleibe noch für einen Augenblick in der Zeit von P.G. Wodehouse, der natürlich in diesem Blog schon mit den Posts ➱P.G. Wodehouse und ➱Sir Pelham Grenville Wodehouse vertreten ist). Das hier ist übrigens die Illustration von Arthur Rackham zu Wind in the Willows (es ist die letzte ➱Zeichnung des Illustrators gewesen), und was trägt die Ratte da auf dem Bild? Einen Sommeranzug mit Umschlägen, völlig angemessen für eine Bootstour mit dem Maulwurf. Der Maulwurf braucht so etwas natürlich nicht, der ist mit seinem Pelz immer korrekt gekleidet. Wir lernen daraus: für alle sportlichen Anzüge – wie überhaupt für Anzüge – sind Umschläge an den Hosen völlig korrekt. Wenn man einen eleganten Kreidestreifen Zweireiher trägt, und ihm durch Wildlederschuhe (dazu gibt es ➱hier natürlich einen Post) eine sportliche Note geben will, dann muss es eine Hose mit einem Umschlag sein.

Seit der Prince of Wales das im Jahre 1924 getan hat, ist das offensichtlich in der Herrenmode de rigueur. Angeblich ist es ein anderer ➱Prince of Wales gewesen, der offensichtlich noch vor unserem Viscount Lewisham seine Hosen umgekrempelt hat, nämlich der, der eines Tages Edward VII sein wird. Für modische Neuerungen sind die englischen Thronfolger ja immer gut. Wir lassen den Sohn von George III, der trotz seiner Körperfülle so gerne ein ➱Beau Brummell gewesen wäre, mal aus. Aber unser Albert Eduard, der vierzig Jahre lang der Prince of Wales ist, der hat schon einiges an modischen Neuerungen zu verantworten.

Neben den Hosenumschlägen soll er ja auch die Bügelfalte erfunden haben. Ich habe auch mal eine Bügelfalte erfunden, aber die kann man nicht zur Nachahmung empfehlen. Mein Kompaniefeldwebel (den ich schon in den Post ➱Beinkleider hineinschrieb) legte bei der Grundausbildung in der Bundeswehr großen Wert auf eine scharfe Bügelfalte. Meine Erfindung sprach sich schnell in der Kompanie herum: man drehe die Hose um und lege einen schönen Strang UHU Alleskleber in die Falte. Dann dreht man die Hose wieder um und bügelt sie. Permapress à la Jay. Gibt eine rattenscharfe Falte.

Mit Edward und den umgerollten (und noch nicht festgebügelten) Hosenumschlägen ist das so eine Sache, niemand weiß genau, wann er sie zum ersten Mal getragen haben soll. Alle möglichen Daten schwirren herum. Jemand wie Hermann Marten von Eelking, der es ganz genau weiß (weil er im Geiste dabei war), schreibt in gewohnt blumigem Stil: Auf die Idee, das Beinkleid umzuschlagen, kam kurz vor der Jahrhundertwende König Eduard  VII., damals noch Prince of Wales, als er auf dem durchweichten Paddock von Ascot durch Regenpfützen waten mußte, und deshalb kurz entschlossen diese Manipulation durchführte, um seine Hosen vor der Schmutzkruste zu schützen. Es war ein durchaus vernünftiger Einfall, der dann wie eine Offenbarung wirkte und sofort in der Weltmode nachgeahmt wurde. Unglücklicherweise haben wir von der Offenbarung keine Photos. Das erste Photo, das den König mit aufgerollten Umschlägen zeigt (hier ist es leider falsch herum kopiert), stammt aus dem Jahre 1906.

Für die Propagierung des ➱Norfolk Jacketts, des Vorläufers des ➱Sportjacketts, ist er auch verantwortlich. Für das dinner jacket auch. Die englischen Gentlemen schauen in Dingen der Mode auf ihren zukünftigen König, der die Rolle als arbiter elegantiarum hat. Von ihm ist die schöne Anekdote überliefert (Philip Magnus widmet den Modeanekdoten des Königs in seiner Biographie King Edward VII eine ganze Seite), dass er zu Lord Harris, der in der Royal Enclosure in Ascot in einem Tweedanzug erschien (was man ja bekanntlich nicht tut), gesagt hat: Morning Harris, going rattin‘? Pferderennen und Rattenjagd sind ja nun zwei verschiedene Dinge, ein Gentleman sollte das auseinanderhalten.

Edward, hier rechts bei der Taufe des zukünftigen Duke of Windsor, hat nie vergessen, was seine Mutter, die Königin Victoria, ihm schrieb, als er noch jung war: Dress is a trifling matter which might not be raised to too much importance in our own eyes. But it gives also the one outward sign from which people in general can and often do judge upon the inward state of mind and feeling of a person; for this they all see, while the other they cannot see. On that account it is of some importance particularly in persons of high rank. I must now say that we do not wish to control your own tastes and fancies which, on the contrary, we wish you to indulge and develop, but we do expect that you will never wear anything extravagant or slangy not because we don’t like it but because it would prove a want of self-respect and be an offence against decency, leading, as it has often done before in others, to an indifference to what is morally wrong.

Um das mit dem offence against decency zu illustrieren, habe ich hier mal eben diese Herrschaften in Ascot abgebildet. Die tragen zwar keinen Tweed wie Lord Harris, haben aber natürlich auch keinerlei Chance, in die Royal Enclosure zu kommen, das muss einmal gesagt werden. Auf der Suche nach der Originalquelle des Morning Harris, going rattin‘?, habe ich bei der englischen Schrifstellerin Hilary Spurling eine hübsche Geschichte gefunden:

My father told me this story long ago. He died nearly thirty years ago and I missed him dreadfully, so when ‚Who’s Who‘ asked me what my recreations were, I just put it in as a joke for him. It stands for all the un-PC things that one does. The story that my father loved was when Edward VII saw Lord Harris in a brown bowler hat and tweeds in the Royal Enclosure at Ascot and said: „Morning Harris, going ratting?“ Whenever we did anything wrong, or he did, it was always, „Morning Harris, going ratting?“ Since most of my life has been spent not doing things people expect me to do, „ratting“ seemed to sum that all up. It stands for all the frightful things you have to do in order to write a biography that seem so trivial, so silly, so laughable. You can hardly bear to tell people the dreadful drawers you have to open. It’s like being a detective, and a lot of what a detective does is pretty shoddy.

Diesen Herrn hat man eines Tages auch nicht mehr in der Royal Enclosure gesehen. Was an der Dame neben ihm liegt. Die trägt zwar nicht bauchfrei, aber dennoch hat sie etwas, was man in der Royal Enclosure nicht gerne sieht. Doch wir beachten die Herzogin mal nicht. Wenn Sie ein wirklich gutes Buch über Wallis Simpson lesen wollen, dann kann ich nur Caroline Blackwoods The Last Duchess empfehlen. Die Autorin ist übrigens ein klein wenig aristokratischer als die Duchess of Windsor, der Vater von Lady Caroline war der vierte Marquess of Dufferin and Ava. Der Herzog von Windsor trägt hier einen perfekten Sportanzug, dessen Hosen natürlich einen Umschlag haben. Sogar einen ziemlich hohen. Und was ist mit dem Satz Hosenumschlag oder nicht?Lange verpönt, ist er jetzt wieder zurück. Aber nicht bei Männern, die kleiner sind als 1,80 Meter aus dem GQ? Der Herzog von Windsor war sehr, sehr viel kleiner als 1,80 und trotzdem sieht er perfekt aus.

Das Bild hier zeigt Luciano Barbera, der modisch eigentlich immer alles richtig macht, in der italienischen Version des englischen country gentleman. Ein anderer Herr, der auch als Vorbild dienen kann, ist Alan Flusser. Der sagt uns in der Frage der Hosenumschläge in seinem Buch Clothes and the Man nicht sehr viel: When Abe Lincoln was asked how long a man’s legs should be, he replied glibly, ‚Long enough to reach the ground.‘ Such advice, somewhat modified, might be used to answer the question regarding the proper length of a man’s trousers. Trousers should be long enough so that when you walk, your hose does not show. Cuffed trousers are hemmed on a straight line and should be long enough to break slightly over the instep. 

Cuffless trousers are hemmed on a slant so that the back falls slightly lower (just at the point where the heel and sole meet). The use of cuffs is optional, although they do give more weight and pull, thereby emphasizing the line of the trousers. Like any other detail of the suit, cuffs should never be so exaggerated that they call attention to themselves. For this reason, the cuff should be 1 5/8 inches if the man is five feet ten inches or less and 1 3/4 inches if he is taller. Was immer die korrekte Höhe ist – die Savile Row empfiehlt angeblich 1 3/4″, Jay trägt immer fünf Zentimeter – an diesem Bild können wir sehen, dass diese Umschläge zu hoch sind. Scheint jetzt Mode zu sein, zu engen Hosen hohe Umschläge zu tragen. Aber wie Jeeves sagt: The mood will pass, sir.

Der Siegeszug des Hosenumschlags beginnt in den zwanziger und dreißiger Jahren, als die Mode sportlicher und weniger formell wird. Und als die Herren ihre Gamaschen abzulegen beginnen. Als P.G. Wodehouses Kurzgeschichtensammlung Young Men in Spats 1936 erscheint, sind die titelgebenden Gamaschen schon out. Obgleich sie manchmal unerwartet wieder auftauchen. So trug der König von Tonga beim letzten royal wedding einen grauen frock coat (mit hellblauem Futter!) mit Gamaschen, das sah sehr ➱chic aus. Der junge Dandy am Strand auf dem Bild von Lucien Hector Jonas ist im Jahre 1921 mit seinen weißen Flanellhosen (natürlich mit Hosenumschlag) sehr modisch gekleidet. In Sachen Hosenmode tut sich jetzt etwas.

Der Prince of Wales (der wenig später der Herzog von Windsor ist) hatte in Bezug auf Hosen kein Vertrauen mehr zu seinem Schneider ➱Frederick ScholteI never had a pair of trousers made by Scholte. I disliked his cut of them; they were made, as English trousers usually are, to be worn with braces high above the waist. So, preferring as I did to wear a belt rather than braces with trousers, in the American style, I invariably had them made by another tailor… Diese Anzughose, die ➱Anthony Sinclair für ➱Sean Connery geschneidert hat, wäre für den Prince of Wales vielleicht schon zu traditionell gewesen, weil der Hosenbund so hoch sitzt.

So wie der Prince of Wales dachten damals viele englische Herren. Weg mit den Hosenträgern, keine Hosen mehr, die beinahe bis zu den Brustwarzen reichen. Das ist die große Stunde der Firma Simpson Piccadilly, die sich jetzt mit DAKS (vielleicht aus dad’s slacks gebildet) einen neuen Namen zulegt. Mit einer riesigen Werbekampagne von Englands führender Werbeagentur W.S. Crawford (die ein Büro in Berlin haben und die Ideen des Bauhauses nach England importieren) werden die neuen trägerlosen Hosen (natürlich alle mit turn-ups) mit dem Slogan the most beautiful trousers you have ever seen auf den Markt gebracht. Alec Simpson hatte in vollem Vertrauen auf seinen Coup in seinen Fabriken und bei seinen Lieferanten 100.000 Stück geordert.

Wenige Jahre später steht der Hosenumschlag vor dem Aus. Es ist Krieg, und Kleidung wird rationiert. Manche Gentlemen murren auch, aber denen sagt Sir Hugh DaltonThere are no turn-ups to the trousers of officers or other ranks in either the Army, Navy or Air Force, and I should have thought a style good enough for the Fighting Forces should have been good enough for the civilian population. Nor do the police and other wearers of uniform have turn-ups. DAKS-Simpson stellt jetzt um auf Uniformen für Offiziere. Also, ich weiß jetzt nicht, wo ➱Adrian Carton de Wiart seine Uniform gekauft hat, aber Simpson war damals zum größten Lieferanten von Uniformen geworden. Und Alec Simpson stellt das oberste Stockwerk seines Haus am Piccadilly den Truppen zur Verfügung.

Die Einschränkungen in der Konfektion bedeuteten in der Herrenmode: es gibt schmalere Hosen (natürlich ohne Umschläge), kürzere Jacketts (die den Namen bumfreezer bekommen und keine Taschenklappen mehr haben) und es gibt keine Westen mehr. Übrigens nicht nur in England, 1942 hatte das War Production Board in Amerika ähnliche Maßnahmen beschlossen. Manche Herren behelfen sich bei Hosen, indem sie eine lange Größe kaufen und sich zu Hause von ihrer Gattin einen Umschlag nähen lassen, aber ansonsten wird es auch chic, als Zeichen der Teilnahme am war effort stolz seine Vorkriegskleidung zu tragen. Und keine Hosen mit Umschlägen. Diese Werbeanzeige schaltet Daks-Simpson im Jahre 1947, die alte Anzeige von Max Hoff bekommt jetzt einen neuen Twist: a national habit which will soon return. Sprich: Liebe Kunden, die berühmten Daks Hosen mit den Hosenumschläge kommen wieder, wenn nur Sir Stafford Cripps die ➱Restriktionen bei der Fertigkleidung aufgibt. Zwei Jahre später ist es dann endlich soweit. Die Schlange der Kunden von Simpsons reicht vom Piccadilly bis zur St James Church. Und die Schneider nehmen auf der Straße schon mal die Maße der Kunden auf.

Alec Simpson setzt in den dreißiger Jahren kompromisslos auf die Moderne, der von Joseph Pemberton gebaute neue Firmensitz am Piccadilly ist ein Symbol dafür. Er lässt sich von László Moholy-Nagy die Innenausstattung des Hauses entwerfen, und er vertraut dem Werbegenie William Crawford. Erstaunlicherweise verpflichtet er für die Modezeichnungen und Plakate nicht deren Chefdesigner Ashley Havinden (der das DAKS Warenzeichen entworfen hatte), sondern überredet den jungen Wiener ➱Max Hoff, nach London zu ziehen und der Firma DAKS-Simpson eine neue Identität zu geben. Und das tut Max Hoff, bis in die sechziger Jahre ist er der Marke treu. Obgleich er auch für andere Firmen gearbeitet hat, wie zum Beispiel für Fewa oder Reemtsmas Marke Astor. Ich weiß nicht, was aus DAKS-Simpson geworden wäre, wenn sie Ashley Havinden und Max Hoff nicht gehabt hätten.

Die Frage nach den Hosenumschlägen scheint heute nur die selbsternannten Verfasser von Benimmregeln in hunderten von Foren zu beschäftigen. Das sind die, die das satirisch gemeinte Official Preppy Handbook für die Bibel der Kleidung nehmen. Ich will nicht verschweigen, dass der Herr von ➱Eelking (Deutschlands selbsternannter Modepapst in der Zeit, in der Frau Pappritz für den guten Ton zuständig war) in seinem Lexikon der Herrenmode auch einen Eintrag für die Hosenumschläge hat (aus dem ich oben den ersten Absatz zitiert habe).

Die Herren, die hier Jeeves und Bertie Wooster verkörpern, sind natürlich Stephen Fry und Hugh Laurie. Bertie Wooster war in Eton und Oxford, Hugh Laurie war in Eton und Cambridge (wo er Stephen Fry kennenlernte), von daher ist er ja ideal für die Rolle in Wooster and Jeeves. Statt noch mehr aus Eelkings Lexikon der Herrenmode zu zitieren, zitiere ich zum Schluss für die P.G. Wodehouse Freunde lieber den ganzen Absatz von The Code of the Woosters, in dem Do trousers matter? vorkommt: „Yes, sir. The trousers perhaps a quarter of an inch higher, sir. One aims at the carelessly graceful break over the instep. It is matter of the nicest adjustment.“ “Like that?“ “Admirable, sir.“ I sighed. “There are moments, Jeeves, when one asks oneself, ‘Do trousers matter?’“ “The mood will pass, sir.“ “I don’t see why it should. If you can’t think of a way out of this mess, it seems to me that it is the end. Of course,“ I proceeded, on a somewhat brighter note, „you haven’t really had time to get your teeth into the problem yet. While I am at dinner, examine it once more from every angle. It is just possible that an inspiration might pop up. Inspirations do, don’t they? All in a flash, as it were?“ Und ich möchte noch einen Gruß nach Freiburg schicken, wo der Leser sitzt, der sich einen Post über Hosenumschläge gewünscht hat. Was tut man nicht alles für seine Leser.

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