Vor einem Jahr war ich in der Uni (das habe ich dann in dem Post ➱Rudolf Sühnel beschrieben). Genau genommen war es der 11.11. Ein Datum, dass man sich leicht merken kann. An dem Tag hatte ich in meinem Post SILVAE eine Million Leser. Am 11.11. dieses Jahres waren es 554.000 mehr. Ich habe das schöne symbolische Datum dafür genommen, um einmal mit Reparaturarbeiten zu beginnen. Alle Posts kontrollieren, ob die Bilder noch da sind, ob die Links noch stimmen. Nachdem ich die ersten hundert Posts im Eiltempo durchgesehen hatte, so als gälte es den Preis als Hennecke der Blogger zu gewinnen, habe ich jetzt nach einigen Tagen beschlossen, das Ganze süttjepöh anzugehen.

Das ist Bremisch, kommt aus der Franzosenzeit, wo es noch si je peux hieß. Wenn Sie das Wort bei Google eingeben, wird mein Blog das einzige Ergebnis bringen, weil ich es schon in dem Post ➱Ankläger verwendet habe. Der Post über Bertrand Barère de Vieuzac ist nicht gerade ein Renner bei den Lesern. Bei dieser Arbeit kann ich auch in Googles Statistik sehen, wie häufig ein Post nachträglich angeklickt worden ist. Das System hat Google eingeführt, falls ein Blogger seinen Blog mit Werbung vollpflastert und mit jedem Klick Geld verdient. Aber das möchte ich natürlich nicht. Nachher kriege ich noch ’ne ➱Rolex Werbung auf die Seite geknallt.

Nein, meine Seiten sollen schon stilvoll sein. Denn wenn ich die Feder ergreife, um in völliger Muße und Zurückgezogenheit – gesund übrigens, wenn auch müde, sehr müde (so dass ich wohl nur in kleinen Etappen und unter häufigem Ausruhen werde vorwärts schreiten können), indem ich mich also anschicke, meine Geständnisse in der sauberen und gefälligen Handschrift, die mir eigen ist, dem geduldigen Papier anzuvertrauen, beschleicht mich das flüchtige Bedenken, ob ich diesem geistigen Unternehmen nach Vorbildung und Schule denn auch gewachsen bin. Allein, da alles, was ich mitzuteilen habe, sich meinen eigensten und unmittelbarsten Erfahrungen, Irrtümern und Leidenschaften zusammensetzt und ich also meinen Stoff vollkommen beherrsche, so könnte jener Zweifel höchstens den mir zu Gebote stehenden Takt und Anstand des Ausdrucks betreffen, und in diesen Dingen geben regelmäßige und wohl beendete Studien nach meiner Meinung weit weniger den Ausschlag, als natürliche Begabung und eine gute Kinderstube.

Ich hatte aus unerklärlichen Gründen das Gefühl, dass der Text des letzten Absatzes vielleicht doch nicht ganz aus meiner Feder stammte . Denn ich bin ja entschlossen, bei meinen Aufzeichnungen mit dem vollendetsten Freimut vorzugehen und weder den Vorwurf der Eitelkeit noch den der Schamlosigkeit dabei zu scheuen. Welcher moralische Wert und Sinn wäre auch wohl sonst einem Blog zuzusprechen? Also habe ich den Text deshalb in diese kleine Maschine Ich schreibe wie? eingegeben. Und was sagt die? Sie schreiben wie Theodor Fontane. Jetzt wissen wir das endlich, dass dieser Hochstapler Horst Buchholz beim Verfassen seiner Memoiren einen Ghostwriter namens Theodor Fontane beschäftigt hat.

Manche Posts sind beliebter als andere. Sehe ich ein. ➱Max Bill oder ➱Coco Chanel haben mehr Leser als der Post Ankläger. Weshalb ➱Anna Boleyn so viel tausend Klicks bekommt, weiß ich nicht. Bei manchen tun mir die Zahlen weh. Weil die mit Herzblut geschrieben sind, wie zum Beispiel ➱The Lass of Aughrim. Oder hübsch nolstalgisch sind wie ➱I skovens dybe stille ro. Oder witzig wie ➱Schwarzenbek. Na, ja, ich habe noch keine Übersicht über das Ganze, ich bin ja erst am Anfang und habe noch viel vor mir. In wenigen Tagen wird hier Post Nummer 1.500 stehen, ich weiß noch nicht, wie wir das feiern. Erst einmal bedanke ich mich bei dem Leser aus Frankreich für dies schöne Magazin Monsieur. Das Thema des Heftes ist Chercher la Femme. Ich hätte hier eins der Pin Ups abgedruckt, die in dem Heft sind. Aber ich will meinen Ruf nicht gefährden. Versichert mir doch eine Seite namen WebWiki: Die Website enthält keine bedenklichen Inhalte und kann sowohl von Minderjährigen als auch in der Arbeit genutzt werden.

Ansonsten gibt es in Monsieur ganze Seiten voller Werbung für die Herbstmode. Angeblich sind Mäntel im Kommen. Und natürlich ganzseitige Werbung für Luxusschuhe, Aubercy und Berluti. Berluti kann man ja seit der Elf Affäre nicht mehr tragen. Ich glaube, ich bleibe bei meinen englischen Schuhen. Obgleich jetzt im Herbst etwas kräftigeres Schuhwerk ganz nützlich ist. Ich liebe ja diesen Norweger von Laszlo Vass aus Budapest. Zu Cordhosen ist er ideal. Ich bin natürlich nicht nur am Reparieren, ich bin auch am Schreiben. Und morgen gibt es in SILVAE einen Post, der ein klein wenig mit dem Post The Lass of Aughrim zu tun hat. Ich gebe Ihnen mal einen kleinen Hinweis:

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