Franzosen haben zu Schuhen ein besonderes Verhältnis. On reconnaît un homme chic à sa chaussure et à sa cravate, hat Henri Hellstern gesagt. Der handelte mit Schuhen, der muss so etwas sagen. Aber in Frankreich spricht sogar der Dichter schon einmal von seinen Schuhen, wie Rimbaud in der letzten Strophe seines ➱Gedichts Ma bohème (Fantasie)Où, rimant au milieu des ombres fantastiques, Comme des lyres, je tirais les élastiques De mes souliers blessés, un pied près de mon coeur!

Bei Henri Hellstern findet sich die wunderbare kleine Geschichte über die Wichtigkeit von Schuhen, mit der er seinen Satz On reconnaît un homme chic à sa chaussure et à sa cravate beweist: Témoin cette petite histoire. Un jour, sur les boulevards, je croise une péripatéticienne, elle regarde mes chaussures et me sourit. Une deuxième me croise encore et regarde mes chaussures et sourit. Étonné, je l’accoste et lui en demande la raison. Elle me répond: Dans notre métier, on regarde d’abord le pied, on voit alors à qui on a affaire et l’on est sûr du portefeuille, bien garni.

Henri Hellstern war einer von drei Söhnen von Louis Hellstern, der 1870 das Schuhhaus Hellstern in der Rue du 29 juillet begründet hatte. Um die Jahrhundertwende zog man an den Place Vendôme (und eine Filiale in Old Bond Street gab es auch), da waren die Hellsterns schon eine feste Größe in der Welt der Luxusschuhe (man hatte auch eine Schuhfabrik mit hundert Schuhmachern). Eigentlich stellten sie Herrenschuhe her, aber berühmt wurden sie für ihre Damenschuhe. Wie zum Beispiel diese aus dem Jahre 1921, die man im Metropolitan Museum of Art bewundern kann.

Die Hellsterns tauchen natürlich in dem Buch L’art de la chaussure von Marie-Josephe Bossan auf, einer Kulturgeschichte des Schuhs, die auch in deutscher und englischer Sprache erhältlich ist. Die Verfasserin versteht etwas von Schuhen (was ja leider im Bereich der vielen ➱Modebücher nicht immer der Fall ist): sie ist die Leiterin von Le musée international de la chaussure in Romans-sur-Isère, einer Stadt, die einmal das Zentrum der französischen Schuhproduktion war. Bevor man in die Schuhe in Spanien, Portugal oder Italien produzieren ließ.

Die Geschichte mit den péripatéticiennes, die Hellstern erzählt, ist der Geschichte ähnlich, die der ➱Herzog von Bedford erzählt. Aber wo da ein englischer Oberkellner der arbiter elegantiarum ist, sind es hier Pariser Bordsteinschwalben. Das sind kleine, feine kulturelle Unterschiede. Das Thema Schuhe bedeutet für Franzosen offensichtlich mehr als für Deutsche. Wir haben sicher auch Bordsteinschwalben, aber keinerlei Äquivalent für große bunte Magazine wie dies hier. Glücklicherweise habe ich jemanden in Frankreich, der mich in Bezug auf die bunten Magazine auf dem laufenden hält. Von Zeit zu Zeit schickt mir mein ehemaliger Student Patrick Schmidt, der jetzt als Übersetzer in Frankreich lebt, diese schönen Hochglanzprodukte zu. Ich habe Patrick Schmidt schon in dem Post ➱007 erwähnt, weil ihm Sean Connery mal ein Autogramm gegeben hat.

Über französische Herrenschuhe zu schreiben, bedeutet über Corthay, Aubercy (hier ihr Laden in Paris), J.M. Weston und Berluti zu schreiben, aber ich fange mal ganz anders an. Als ich noch am Schreiben des Posts ➱Italienische Herrenschuhe war, ersteigerte ich nebenbei dieses Paar Schuhe, das als feinste engl. Handarbeit einer kleinen englischen Manufaktur apostrophiert war. Es war mir klar, dass kein Wort davon wahr war, aber der Schuh war mir die 27 Euro wert. Inzwischen ist er angekommen, es ist wirklich ein guter Schuh. Ich hatte zuerst einen italienischen Fälscher vermutet, denn die Adresse auf der Innensohle war die kurioseste Sache.

19th. Sunset Street London stand da als Adresse des Schuhmachers. Gäbe es eine Sunset Street in London – und es gibt sie natürlich nicht – würde ein Engländer 19 Sunset Street schreiben. Ohne ti-eitsch und ohne Punkt. Aber die Italiener, die gerne ihren Schuhen englische Namen geben, waren diesmal unschuldig. Auf der Sohle stand cuir veritable: dieser englische Schuh kam aus Frankreich. War aber eine erstklassige Arbeit.

Die Anglomanie treibt seltsame Blüten, doch sie ist in Frankreich schon lange zu Hause. Sicherlich ist Voltaire mit seinen Lettres anglaises daran nicht unschuldig, um 1760 hat die Anglomanie ihren ersten Höhepunkt. Man bewundert die englischen Philosophen, imitiert ihre ➱Kleidung, fährt englische Kutschen und legt englische ➱Landschaftsgärten an. Ian Buruma, der hervorragende Bücher zur Kulturgeschichte geschrieben hat, hat die Formen der Anglophilie und Anglomanie in Europa sehr schön in seinem Buch Anglomania: Europas englischer Traum (das es antiquarisch sehr preiswert gibt) aufgezeigt.

Franzosen haben englische Namen gerne, der Laden mit dem Namen Old England in Paris war einmal ein Jahrhundert lang eine Bastion der anglophilen Franzosen. Und John Lobb (Paris) war auch einmal eine englische Bastion. Aber dann hat die Familie Lobb die Filiale an Hermès verkauft (das sind die mit dem ➱Roland Barthes Seidentuch), und diese Firma lässt heute in Northampton Fabrikschuhe mit dem Namen John Lobb herstellen. Die natürlich niemand mit den ➱John Lobb Schuhen aus London verwechselt. Und auch nicht mit den geflügelten Schuhen jenes Hermes, der der Gott der Kaufleute und der Diebe ist. Ich weiß nicht, weshalb mir die Sache mit den Kaufleuten und den Dieben immer einfällt, wenn ich den Namen Hermès höre.

Und dann wäre neben John Lobb noch ein englischer Schuhmacher zu nennen, der inzwischen auch schon in der der französischen Haute Couture Furore macht. Engländer in Paris sind nicht so außergewöhnlich, schließlich ist es ein Engländer gewesen, der die Pariser Haute Couture begründet hat (lesen Sie mehr in dem Post ➱Charles Frederick Worth). Unser heutiger Engländer heißt Jimmy Choo (er kann inzwischen OBE hinter seinen Namen schreiben), er wurde bekannt, weil er die Schuhe für Prinzessin Diana machte. Er ist (wie ➱Manolo Blahnik) berühmt für seine Damenschuhe.

Die sicherlich kleine Kunstwerke sind, Jimmy Choo ist ein gelernter Schuhmacher wie Salvatore Ferragamo. Nicht jedermann (oder jede Frau) kommt mit den Schuhen zurecht: Last week, I cracked my ankle just putting it into a Jimmy Choo, sagt Patsy Stone in Absolutely Fabulous. Patsy Stone ist natürlich Joanna Lumley, die solche Sätze überzeugend rüberbringt. Aber auch wenn Jimmy Choo inzwischen Paris erobert hat, er ist vom Modeteufel in Versuchung geführt worden und hat eine Kollektion für Hennes & Mauritz entworfen. Billige Schuhe, die wie Kunstleder aussehen, lesen Sie doch einmal diesen ➱TestberichtIst der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

Jimmy Choo ist nicht der einzige ausländische Schuhmacher, der in Paris Erfolg hat. Auch die Schuhe von Laszlo Vass kommen bei den Franzosen gut an, vor allem ist man da auch von der charmanten Tochter von Vass begeistert. Was hier das Pariser Pflaster verschönert, ist natürlich nicht der Theresianer von Vass, sondern der neue U(=Ugolini)- oder K-Leisten, der den Schuh aussehen lässt wie die Schuhe von Berluti, Corthay oder Aubercy.

Der Sohn von Edouard Blanchard (der eine Schuhfabrik in Limoges gegründet hatte) war zu Anfang des 20. Jahrhunderts der Meinung, dass ein englischer Name wie J.M. Weston gut für das Geschäft wäre. Zumal er gerade aus Amerika zurückgekommen war, wo er in Boston die amerikanische Schuhindustrie und den Einsatz der Goodyear Maschine studiert hatte. 1922 eröffnete man ein Geschäft an der Ecke von Rue de Courcelles und Boulevard de Courcelles, 1932 kam ein Geschäft auf den Champs Elysées dazu (Sie können die Geschichte der Firma hier verfolgen).

Der loafer, den man 1946 herausgebracht hatte, wurde in Frankreich (und in Amerika) in den sechziger Jahren zu einem Kultgegenstand, das können Sie schon in dem Post ➱Blazer lesen. Der moccasin 180 gehörte zur Standardausstattung der minets, die vor dem Szenetreff ➱Drugstore Schlange standen. Ich finde dieses Photo immer wieder rührend, weil ich genau das, was diese jungen Herren tragen, damals auch getragen habe. Allerdings hatte ich keine J.M. Weston Schuhe an den Füßen.

Mein einziger J.M. Weston Schuh sieht genau so aus wie dieser hier, und die wirklich komische Geschichte des Kaufes steht in dem Post ➱Rosstäuscher. Der Schuh ist mir mit seiner doppelten Sohle ein wenig zu schwer für den täglichen Gebrauch, die Firma hat so einen Hang zum Rustikalen. Macht aber auch elegante Schuhe. Habe ich schon an den Füßen von Helge Sternke gesehen, der viel von dieser Marke hält.

Die Firma Berluti lassen wir heute einmal draußen vor. Zum einen hat sie mit ➱Wayward Cows schon einen Post, zum anderen kann man in dem Post ➱Kiton/Chiton die etwas schmutzige Geschichte eines Skandals lesen, in dem Berluti Schuhe eine Rolle spielten. Berluti macht zwar Maßschuhe in Handarbeit in Paris, aber die Masse der Schuhe, die den Namen Berluti tragen, kommt von der italienischen Firma Stefanobi (die auch die Schuhe für Lanvin machen). StefanoBi war einmal ein Teil der Firma Stefano Branchini, gehört aber jetzt ebenso wie Berluti zu Louis Vuitton. Ich will nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass die Firma Berluti in diesem Jahr 120 Jahre alt ist und zu diesem Anlass im Februar ein dickes Bilderbuch Berluti: At Their Feet von Glenn O’Brien erscheinen wird.

Die Haute Couture Häuser in Paris haben in vielen Fällen die Schuhmode nicht ausgelassen. Natürlich haben Sie keine eigenen Fabriken, sondern lassen die Schuhe für sich produzieren. Die dann von sehr unterschiedlicher Qualität sind. Über Karl Lagerfeld Schuhe wollen wir lieber nicht reden. Manchmal suchen die Couturiers die Verbindung zu berühmten Schuhmachern, wie zum Beispiel Chanel und Massaro. Als der letzte des Namens noch in der Werkstatt arbeitete, hatte er ein knappes Dutzend Gehilfen – wie will man da all die Schuhe für Chanel machen? Aber man braucht einen berühmten Namen und eine über hundert jährige Geschichte, der Rest ist Show Business.

Beinahe alle Haute Couture Häuser haben Turnschuhe, Verzeihung: Sneakers, im Angebot. Die preislich weit über dem liegen, was mein Adidas Rom 1962 gekostet hat. Die Sneakers von Dior Homme liegen preislich bei 500 bis 800 €, das ist etwas, was ich ziemlich pervers finde. Das ist aber noch nichts gegen diesen Schuh von Balmain, der aussieht, als sei er aus dem Fundus von Star Wars geklaut worden. Wenn Sie das Luke Skywalker Feeling haben wollen: das Paar kostet 1.450 Euro.

Und bei ebay bot ein Händler das Modell mit dem sprechenden Namen Pik Pik von Christian Louboutin für 5.000 Euro an und setzte agressiv dazu: Bitte nur realistische Preisvorschläge machen, denn die Schuhe sind keine Ramschware und somit auch nicht für die breite Masse bestimmt!!! Wer sich die Schuhe nicht leisten kann, soll mir bitte keine lächerlichen Preisvorschläge im dreistelligen Bereich machen!!!

Neben den großen Namen wie Aubercy oder Pierre Corthay (sie können den Meister ➱hier bei der Arbeit sehen, gibt es in Frankreich eine interessante Mittelklasse von Firmen, die alle Schuhe herstellen, die auf den ersten Blick so aussehen wie diese Maßschuhe von Aubercy. Sie werden nicht das gute Leder und nicht die handwerkliche Qualität haben (und die meisten werden auch keinen Service anbieten, der den Schuh mit einer Patina versieht), aber sie haben Stil.

Da müssen sich Firmen wie Finsbury schon mal vorhalten lassen, dass sie Berluti für Arme produzieren. In der Welt, in der der Teufel Prada trägt, ist man schnell mit solchen Sätzen dabei. Eine dieser Firmen aus dem mittleren Bereich ist Finsbury, die Firma ist dreißig Jahre alt, und sie hat in Paris schon beinahe zwanzig Filialen. Die in Boulogne-Billancourt mitgezählt. Bei ➱Billancourt fallen mir immer die toten Hunde in der Seine, die alten Filmstudios und die Renault Fabrik ein, ich kann nicht anders. Sie können sich hier das Angebot der Firma anschauen, da ist auch ein Sonderangebot für das Weihnachtsfest dabei: zwei Paar Schuhe für 320 Euro.

Finsbury ist wieder einmal ein englischer Name (die Firma Crockett & Jones hat übrigens auch ein Modell Finsbury im Angebot), und die Firmen Bowen, Emling und Loding, die sich alle im ähnlichen Preissegment bewegen, haben auch so einen englischen Klang. Man liebt diesen chic à l’anglaise, deshalb nannte Eric Botton die von ihm 1986 in Lyon gegründete Firma auch Bexley. Die Firmen Septième Largeur und Markowski haben keine englischen Namen, die beiden Marken (und Bowen und Emling) wurden von Marcos Fernandez Cabezas (hier mit seinem Neffen Matthew Preiss) gegründet. Die Schuhe kommen allerdings nicht aus Frankreich, die werden in Spanien und Portugal (unter anderem bei Carlos Santos) hergestellt. Die Schuhe von Marc Guyot werden wohl auch bei Carlos Santos produziert.

Septième Largeur bietet auch (wie Berluti und andere) eine Patinierung an. Schuhe werden zu kleinen Kunstwerken. Nimmt man die dann mit nach Hause und stellt sie auf einem Podest aus? Ich dachte immer, dass der Butler die Schuhe putzt. Nein, im Ernst, wir putzen natürlich selbst, wir halten es da mit ➱Abraham Lincoln. Der einmal zu Diplomaten, die ihn im Garten des Weißen Hauses beim Schuhputzen antrafen und ihm vorhielten, In England no gentleman ever cleans his own boots, geantwortet haben soll: Indeed? Whose boots do they clean then? Die Pik Pik Schuhe von Christian Louboutin brauchen natürlich keine Patinierung, die können Sie zu Hause mit der Sprühdose patinieren.

Die erste Firma, die neben Berluti solch einen Patinierservice in Paris anbot, war Altan, eine kleine Werkstatt, die der aus der Türkei gekommene Schuhmacher Sukru Sensozlu nach seinem gerade geborenen Sohn Altan benannt hatte. Zuerst war Sensozlu nur Maßschuhmacher, inzwischen hat man auch eine RTW Linie und heißt Altan Bottier. Und man hat eben diesen Service, der die Schuhe anpinselt. Die Schuhe der Marke kommen aus Spanien und ➱Portugal, da können wir mal raten, wer die herstellt.

Altans Partner Samy Gouasmia, der 1998 mit ihm die Firma Altan Bottier gründete, hat jetzt eine eigene Firma, die Gustavia heißt. Die Schuhe, die um die 340 € kosten (dieser wholecut kostet 410 €), aber sehr viel teurer aussehen, kommen auch aus Portugal. Gustavia ist eine der vielen Firmen, die in den letzten dreißig Jahren neu auf der Bildfläche erschienen. Die Firmen haben manches gemein: ihre Schuhe liegen in der Preisgruppe von dreihundert Euro (nur Loding ist konsequent preiswerter), die Firmen wurden häufig von Zuwanderern gegründet, die Produktion ist in den meisten Fällen nicht in Frankreich, und die Schuhe sehen sehr gut aus. Sehen auch nach viel mehr aus. Wie gut sie nach zehn Jahren aussehen, weiß man nicht. Über die Qualität informiert die Seite Parisian Gentleman kontinuierlich, die häufig die Lederqualität und die Verarbeitung kritisiert.

Was mich zu meiner letzten Marke bringt, die ein wenig aus dem ganzen heraus fällt. Die Firma Heschung im Elsass gibt es schon seit 1934, sie ist mit ihren zwiegenähten Schuhen der Liebling von Jägern, Förstern und Wilddieben. Wenn Sie The Heritage Post abonniert haben und die Schuhe von Viberg oder Trabert nicht mögen, dann ist Heschung genau das Richtige für Sie. Ich habe seit Jahren dieses Modell hier (war mal bei Manufactum im Angebot), ein Schuh, der wunderbar für Regen, Schnee und Matsch ist. Und dabei noch ganz gut aussieht. Für einen Allwetterschuh ist er geradezu elegant. Elegante Schuhe kann man bei Heschung auch, und ganz nebenbei sollte man erwähnen, dass die Firma auch die Freizeitschuhe für John Lobb Paris macht.

Das wäre meine kleine Übersicht über die Welt der französischen Schuhe. Es ist eine Art window shopping, sie sind wunderschön anzusehen, aber man braucht sie nicht unbedingt zu haben. Sicherlich wäre es schön, einen Schuh von Aubercy oder Corthay zu besitzen, aber wie Claude Chabrol sagte: On ne peut pas tout avoir. Et puis d’abord où le mettrait-on? Und das Geld, das man spart, wenn man keine Schuhe von Berluti, Aubercy oder Corthay kauft, kann man in diesen Tagen auch spenden. Ich habe mit der französischen Literatur angefangen, ich möchte auch damit aufhören. Nicht mit Arthur Rimbaud, sondern mit ➱Léo Malet, dem Verfasser dieser schönen Paris Romane mit dem Helden Nestor Burma (der seiner Sekretärin Hélène immer Schuhe schenkt, die ihr nicht passen). Es ist die Geschichte, wie der Franzose Léo Malet in das deutsche KZ Sandbostel bei ➱Bremen kommt.

Zuerst hatte ihn die französische Polizei wegen eines angeblich surrealistisch-leninistischen Komplotts festgenommen, aber nach kurzer Zeit aus dem Gefängnis entlassen. Beim Versuch, nach Paris zu gelangen, gerät er in eine deutsche Militärstreife: Ich trug einen hellen Einreiher, den ich mir von einem der besten Schneider in Paris hatte maßschneidern lassen. Er hatte nicht allzu arg unter seinem Aufenthalt im Gefängnis von Rennes gelitten. An den Füßen trug ich wunderschöne Wildlederschuhe in Herbstblattfarbe, eine unglaubliche Farbe, die ich später nie wieder fand. Jacques Prévert hatte sie mir geschenkt, als er eines Tages seine Garderobe sortierte. Herbstblattfarben! Jacques Prévert. Dieser Anzug und Préverts Schuhe landeten mit mir im Stalag. Dort nahm man sie mir ab... Das Ausrufezeichen hinter Herbstblattfarben! hat er wahrscheinlich deshalb gesetzt, weil ihn die Schuhe an Préverts berühmtestes Chanson Les feuilles mortes erinnerten. Wenn die Schuhe auch verloren sind, jetzt sind sie Literatur. Wir werden die wunderschönen Wildlederschuhe in Herbstblattfarbe nie vergessen. Oder die Schuhputzer vom Broadway, über die Prévert das ➱Chanson Les cireurs des souliers de Broadway geschrieben hat. Als Léo Malet seinem Verleger den ersten Roman seiner Reihe Les Nouveaux Mystères de Paris verkauft hatte, kaufte er sich als erstes ein Paar teurer neuer Schuhe.

Noch mehr Schuhe in den Posts: ➱Cliff Roberts, Artisan, ➱Wiener Leisten, ➱Englische Herrenschuhe (Trickers), ➱Englische Herrenschuhe (London) ➱Englische Herrenschuhe (Alfred Sargent), ➱Schuhe aus Portugal, ➱Italienische Herrenschuhe, ➱Dinkelacker, ➱Kuckelkorn, ➱Kiton/Chiton, ➱wayward cows, ➱Lord Byrons Schuhe, ➱Militärisches Schuhwerk, ➱Wildlederschuhe, ➱Chelsea Boots, ➱Wirkungen, ➱Zeit der Unschuld, ➱Gamaschen, ➱Christian Rohlfs, ➱Laurence Harvey, ➱Blazer, ➱Morning Coat, ➱Fernandel, ➱Léo Malet, ➱Schuhcreme

Advertisements