Ich wollte eigentlich heute einen langen Post ins Netz stellen, der den Titel Berliner Mode hat. Aber der ist, wie der Titel hier sagt, noch nicht fertig. Ich schiebe es auf die Grippe. Wenn man nur noch niest, Fieber und Gliederschmerzen hat, wenn man morgens am liebsten gar nicht aufstehen möchte, dann hat man keine große Lust zum Bloggen. Zumal sich eine kurze Geschichte von 180 Jahren Berliner Konfektion ja auch nicht so von selbst schreibt. Ich war schon beinahe fertig, als der grippige Infekt kam – und als Beweis dafür, dass es diesen Post schon gibt, stelle ich heute mal die ersten beiden Absätze ins Netz. Im letzten Absatz gibt es übrigens etwas Sensationelles: zwei Links zu den wichtigsten Artikeln über das Elend des schlecht gekleideten deutschen Mannes. Einmal aus der Feder von Jens Jessen (2004) und ein anderes Mal von Bernhard Roetzel (2017). Und für die Damen möchte ich sagen, dass in dem Post, wenn er denn fertig ist, auch ganz viel ➱Damenmode vorkommen wird. Wie hier auf dem Photo von ➱F.C. Gundlach. Das Brandenburger Tor ist noch nicht von den Kriegsschäden repariert, aber eine Berliner Mode gibt es schon wieder.

Ich weiß nicht mehr, bei welchem jüngeren deutschen Autor ich das gelesen habe, ich kriege das Zitat auch nicht mehr richtig zusammen. Aber die beiläufig mit einem gewissen Hass dahingestreuten Sätze gingen dahin, dass den Berliner Männern jegliche Eleganz fehle und die Berliner Schneider überhaupt nichts von ihrem Handwerk verstünden. Das klingt im Jahre 1852 ganz anders, wo man in einem Magazin lesen kann: Auch die Anzüge sind in Berlin bis auf die Besucher der öffentlichen Locale zweiter und dritter Klasse herab, weit geschmackvoller. Der Berliner kleidet sich stets mit einer gewissen Zierlichkeit. Aber wahrscheinlich stimmt die Sache mit der mangelnden Eleganz, wir brauchen ja nur in unserer eigenen Stadt einmal durch die Straßen zu gehen und die Herren der Schöpfung anschauen. Warum soll es in Berlin anders sein?

An dem Satz von ➱Lagerfeld mit der ➱Jogginghose ist sicher etwas dran. Der Engländer Nik Cohn wusste schon, weshalb er seine Geschichte der englischen Herrenmode mit ➱Today there are no gentlemen betitelte. Bernhard Roetzel hat sich am 1. Januar dieses Jahres in der ➱Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung über den Niedergang der Kleidungskultur geäußert, so etwas Ähnliches hat Jens Jessen schon im Jahre 2004 in der Zeit gesagt. So elegant wie die Berliner Modeschöpfer Gerd Staebe und Hans Seger, die F.C Gundlach 1957 in einer Villa in Dahlem photographierte, ist der Durchschnittsberliner sicherlich nicht. Damals nicht, heute erst recht nicht ….. (to be continued)

Advertisements